Wir leben in einer Zeit permanenter Reizüberflutung“, erklärt die klinische Psychologin Monika Lamprecht-Wallner „Termine, Bildschirmzeit, ständige Erreichbarkeit – all das hält unser Nervensystem auf Dauer im Alarmmodus.“

Für Lamprecht-Wallner schafft die Natur den entscheidenden Ausgleich: „Schon kurze Aufenthalte im Grünen senken nachweislich den Cortisolspiegel, also unser Stresshormon.“ Was viele unterschätzen: Bereits 20 bis 30 Minuten im Freien reichen, um messbare Effekte zu erzielen.
„Der Blick ins Grüne, das gleichmäßige Gehen, frische Luft - das alles bringt Körper und Psyche wieder in Balance“, so die Psychologin, die es selbst regelmäßig hinaus in die Berge und Wälder zieht.
Gerade Menschen mit hoher mentaler Belastung profitieren enorm von der Natur. „Symptome von Angst, Erschöpfung und Depression können durch Naturbewegung deutlich reduziert werden“, So Lamprecht-Wallner: „Entscheidend ist die Regelmäßigkeit Wer sich bewusst Zeit für draußen nimmt, stärkt nicht nur seine körperliche Gesundheit, sondern auch mentale Widerstandskraft.“
Kinder: Die größten Gewinner der Natur
Besonders wichtig ist der Aufenthalt im Freien für Kinder. Lamprecht-Wallner: „Kinder brauchen Natur nicht nur zur Bewegung, sondern auch für ihre gesamte Entwicklung.“ Draußen lernen sie spielerisch, ihre Umwelt zu begreifen, Risiken einzuschätzen und ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken.
Ein entscheidender Punkt: In der Natur gibt es kein starres Regelwerk: „Kinder dürfen hier wieder Kinder sein – laut, neugierig, voller Entdeckungsdrang“, so die Psychologin.