Das freie Wort

Die EU und die Raucher

Die Pläne der EU, Tabakverkaufsstellen zu schließen und Filterzigaretten zu verbieten, sind ein Paradebeispiel für ideologische Politik ohne Rücksicht auf wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Realitäten. Rund 600.000 Arbeitsplätze hängen in der EU direkt oder indirekt mit der Tabakwirtschaft zusammen. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Arbeitslosigkeit und wachsender sozialer Spannungen ist es ein Hohn, ausgerechnet jetzt eine Branche mit Hunderttausenden Beschäftigten zu attackieren. Wer glaubt, diese Menschen könnten einfach „umgeschult“ werden, hat den Bezug zur Realität verloren. Auch die 70 Milliarden Euro Tabaksteuereinnahmen jährlich sind kein Pappenstiel. Sie finanzieren Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur. Ein Wegfall dieser Mittel würde massive Löcher in die Haushalte reißen – mit Folgen für alle Bürgerinnen und Bürger. Und als wäre das nicht genug, kommt nun auch noch die Bevormundung mündiger Erwachsener hinzu. Die EU will offenbar entscheiden, wie Menschen zu leben haben. Wer raucht, tut das bewusst – und trägt die Verantwortung dafür. Aber ein generelles Verbot von Filterzigaretten ist nicht nur ein Eingriff in die persönliche Freiheit, sondern auch gesundheitlich fragwürdig: Rauchen ohne Filter erhöht nachweislich das Risiko für Krebs und Lungenerkrankungen. Wer Filter verbietet, gefährdet Menschenleben – angeblich im Namen der Gesundheit. Gleichzeitig wird das Umweltargument vorgeschoben: Weggeworfene Zigarettenfilter seien ein Problem. Ja, das stimmt – aber es ist ein lösbares Müllproblem, kein Grund für ein Totalverbot. Und wenn wir schon über Umwelt sprechen: An Feinstaubbelastung sterben in Europa jährlich mehr Menschen als durch das Rauchen selbst. Diese Belastung stammt überwiegend aus Verkehr, Industrie und Heizungen – nicht aus Zigaretten. Doch hier bleibt die EU auffällig still. Diese Politik ist ein ideologischer Feldzug, der Arbeitsplätze vernichtet, Haushalte gefährdet, Menschen bevormundet und gesundheitliche Risiken verschärft. Wer so handelt, verliert das Vertrauen der Bürger.

Gabriele Althen, Wien

Erschienen am Sa, 11.10.2025

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