Das freie Wort

Der Staat macht keine Schulden

Das völlig aus dem Ruder gelaufene Bundesbudget wird stets damit begründet, dass der Staat zu viel ausgegeben habe. Das ist eine völlig falsche Bezeichnung, denn der Staat hat und kann von sich aus nichts ausgeben. Es war die immer noch amtierende Bundesregierung, die frei nach dem Motto des ehemaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz „Koste es, was es wolle“ zig Milliarden verteilte. Anstatt wie die anderen Länder in der Europäischen Union die Inflation zu bekämpfen, wurde großzügig Geld verteilt. Umsatzrückgänge im Handel und Konjunktureinbrüche in der Wirtschaft wurden überaus großzügig mit Milliardenbeträgen ausgeglichen. Die Entscheidung, viele Milliarden zu verteilen, traf nicht der Staat, sondern die Bundesregierung. Mit diesen Geldgeschenken erhoffte sich die Bundesregierung Dankbarkeit der Empfänger und Stimmen bei der Nationalratswahl. Der inzwischen nach Brüssel abgegangene Finanzminister Magnus Brunner war überaus gerne bereit, immer mehr Milliarden Euro an die Bürger zu verteilen. Das Budgetdefizit ließ er bewusst in bedenkliche Höhen steigen, für den erhofften Wahlerfolg bei den Nationalratswahlen war ihm und dem Bundeskanzler nichts zu teuer. Das drohende Defizit schien die Regierung nicht zu kümmern, die Warnungen der Wirtschaftsforscher und des Fiskalrates wurden negiert und die überaus kompetenten Experten als unwissend abgekanzelt. Die mit vollen Händen ausgegebenen Milliarden bescherten unserem Land eine extrem hohe Staatsverschuldung, ein riesiges Milliardenloch im laufenden Budget und seitens der EU droht ein Defizitverfahren. Nun darf der Steuerzahler, wie die Politik flapsig betont, den Gürtel enger schnallen. Die Bürger haben die Rechnung für die leichtfertige Budgetpolitik der Bundesregierung zu bezahlen. Die gleichen Politiker, die ohne Hemmungen Milliarden verpulverten, schnüren ein gewaltiges Sparpaket. Es sind die gleichen Politiker, die Schulden machten, als gäbe es kein Morgen, es sind genau die gleichen Politiker, die die Menschen nun dafür zahlen lassen. Mit dem völlig falschen Begriff, der Staat habe über die Verhältnisse gelebt, versuchen sie ihr Fehlverhalten dem Staat umzuhängen. Nicht der Staat hat so hohe Schulden angehäuft, die Bundesregierung ist verantwortlich für das Desaster. Zumindest darf erwartet werden, dass die Verantwortlichen für ihre leichtfertige Budgetpolitik einstehen und nicht den Staat, wer immer das auch sein mag, dafür verantwortlich machen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Sa, 18.1.2025

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
20.1.2026Datum auswählen
Es ist Zeit für ein selbstbewusstes Europa
Die USA unter Donald Trump sind kein Freund oder Partner mehr. Europa muss sich bewusst sein, dass die USA zu einem Gegner mutiert sind. Die ...
Andreas Laszakovits
Steuersenkung auf Lebensmittel
Es ist durchaus lobenswert, wenn heimische und gesunde Lebensmittel günstiger werden. Ob das nun 8 € oder 12 € an Ersparnis bringt, kann eh niemand ...
Dr. Wolfgang Krach
Babler in der „Pressestunde“
Ich habe mir am Sonntag die „Pressestunde“ zu Gemüte geführt und bin vom Vizekanzler maßlos enttäuscht. Er spricht von der „hohen Kunst der Politik“ ...
Franz Lobmayr
Österreichs Wirtschaft stärken
Der ganze Wirbel um die Senkung der Mehrwertsteuer und was genau billiger werden sollte, ist für mich als Laie ganz einfach beantwortet: alles, was ...
Thomas Loinig
Worauf ist er stolz?
Auf was um Himmels willen ist Herr Babler denn stolz? Dass wir uns 100 € im Jahr ersparen? Und warum tritt die MwSt.-Senkung erst im Juli ein? Bis ...
Annemarie Senz
Spitalsschließungen gefordert
Der Vorsitzende der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) meinte, dass es ohne Spitalsschließungen nicht gehen werde. Das klingt sehr grotesk, wo ...
Gottlieb Muschik
Da spricht der Richtige
Wenn ausgerechnet der Chef der ÖGK erklärt, dass Österreich „weniger Spitäler“ brauche, darf man schon schmunzeln – oder eher den Kopf schütteln. ...
Mike Payer
Ursachenforschung
Wer verursacht die Erderwärmung, vermüllt den Planeten, rottet täglich Lebewesen aus? Wer bedroht die Erde mit atomarer Verseuchung, verursacht das ...
Josef Rosenberger
Alaska verkaufen?
Wenn Trump öffentlich meint, dass die USA keine nahe Grenze zu Russland haben möchten und er deshalb (irrigerweise) Grönland annektieren müsse, ...
Martin Krämer
Wien wächst schneller
Durch Zuwanderung wächst Wien noch schneller. Wir haben die höchste Mindestsicherung für Zuwanderer in Österreich. Mit mehreren Kindern lebt es sich ...
Robert Lehmann
Friedensrat vollständig
Die Auswahl der Personen zur Übergangsverwaltung und deren Vorsitz zeigt, welch großartiger Diplomat Trump ist. Alles Gute der geschundenen ...
Heribert Dierer
Zum Leserbrief „Einen Bärendienst erwiesen“
„Hobbyjäger“, die nur Spaß (für mich nicht nachvollziehbar) am Töten haben, Natur und Lebewesen überhaupt nicht schätzen: Das muss sofort verboten ...
Astrid Klar
Kandidat für das Unwort des Jahres
In der Debatte um den „Gastpatienten“ seitens Wien sollte man SPÖ-Gesundheitsstadtrat Hacker ausrichten, vorsichtig zu sein. Und ihm wünschen, dass ...
Stefan Scharl
Der Wolf im Schafspelz
Donald Trump gefällt sich mit einem total entspannten Gesichtsausdruck als Wolf im Schafspelz. Die Flinte ist geladen und dem verschreckten ...
Josef Blank
Größenwahn der EU
Die EU stellt etwa 5% der Weltbevölkerung und meint immer noch, den restlichen 95% erklären zu müssen, wo welche Werte zu gelten haben. Und so muss ...
Helmut Speil
Gericht: Babys dürfen auch nachts schreien
Gott sei Dank hat das zuständige Gericht eingesehen, dass die Strafe zu Unrecht war. Es kann weder der junge Papa was dafür noch die zwei ...
Pamela Pfennigbauer
Der große Wurf?
Das vorgesehene subventionierte Industrie-Strategiepaket ab 2027 mit Staatsgeld, das wir nicht haben, wird keinen akzeptablen Marktpreis als ...
Alois Neudorfer
Ausflug an die Donau!
Die Juxreise des parlamentarischen U-Ausschusses an die Donau, zum Fundort des Leichnams von Pilnacek, ist bereits Geschichte. Jeder klar denkende ...
Adolf Georg Höher
Nicht einmal mehr Mittelklasse
Wie lange noch leistet sich der Skiverband diese erfolglose Trainertruppe bei den Alpinen? Es ist offensichtlich, dass hier der Grund für die ...
Herbert Jöbstl
Gesundheitskosten
Weiß man, wie viel die Gesundheitskosten für jene ausmachen, die niemals in unser System eingezahlt haben? Und warum zieht man denen nicht auch etwas ...
Zita Halper
Scheinheiliger ORF
Einerseits wird das Binnen-I bis zum Erbrechen strapaziert, um angeblich Frauen sichtbar zu machen. Andererseits werden Frauen, wie (nicht nur) die ...
Karl Prohaska

Voriger Tag
20.1.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt