Das freie Wort

Milliarden für Bildung

Die Bildungsausgaben haben einen Höchststand erreicht. Nahezu 22 Milliarden Euro werden für das gesamte Bildungswesen ausgegeben. Für ein rohstoffarmes Land wie Österreich eine gute und intelligente Investition, um im internationalen Wettbewerb nicht an Boden zu verlieren. Doch es gibt auch Schwachstellen und Entwicklungen, die kaum beachtet werden. Unterschiedliche Studien belegen, dass rund ein Viertel der Schulabgänger weder sinnerfassend lesen noch schreiben kann, in der PISA-Studie belegt Österreich Mittelränge. Beide Ergebnisse werden zur Kenntnis genommen, meist mit der Erklärung, andere Länder schneiden schlechter ab, kommentiert. Auch Migration und sprachliche Defizite werden gerne als Begründung verwendet, wie es sein kann, dass sehr viel Geld investiert wird, aber nur Mittelmaß erreicht wird. Es gibt viele Experten, die die Schwachstellen unseres Bildungswesens benennen, Insider wissen, was falsch läuft, doch scheint das Bildungsministerium ein Elfenbeinturm zu sein, in dem nur interne Erkenntnisse und Denkansätze gehört werden wollen. In den politischen Parteien sind die Vorstellungen, wie der Bildungsbereich zukunftstauglich gestaltet werden soll, durch Parteidogmen einzementiert und völlig veraltet. Die Kosten-Nutzen-Rechnung im Bildungsbereich zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Nicht handeln oder so weitermachen wie bisher, ist das Fortschreiben teurer, ineffizien-ter Strukturen mit mittelmäßigen Ergebnissen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Mi, 13.3.2024

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