Das freie Wort

Waffen für die Ukraine

Stets ist zu hören, die Ukraine allein entscheidet über ihre Kriegsziele, und niemand hat das Recht, über den künftigen Weg des von Putins Armee angegriffenen Landes zu befinden. Und immer öfter ist zu hören, Russland muss besiegt werden. Präsident Zelenskij spricht von der Rückholung der Krim, und kein Zentimeter der Ukraine werde preisgegeben. Der russische Präsident wiederum hat die feste Absicht, die Ukraine nach Russland heimzuholen. Der Ukrainekrieg wird noch lange dauern, da keiner der beiden Kriegsherren nachgeben will und bereit ist, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen. Zelenskij findet weltweit Bewunderung und Anerkennung für seinen heroischen Kampf gegen die Besatzer. Seine Pläne will niemand hinterfragen, zu sehr hat er sich zum Helden stilisiert. Er will keine Meinungen oder Vorschläge betreffend der Zukunft seines Landes hören, doch muss die Frage erlaubt sein, wie viel Zelenskij dem Land und seinen Menschen noch zumuten will. Seine ständigen Forderungen nach wirksameren Waffen und die Aufforderung an den Westen, die Sanktionen gegen Russland weiter zu verschärfen, sind der versteckte Versuch, die Unterstützer und Waffenlieferanten zum Kriegseintritt zu bewegen. Zelenskij spricht von der Rückeroberung der Krim, und der Westen verklärt die Ukraine zur Demokratie, die gegen Putin siegen muss. Nichts rechtfertigt die Annexion der Ukraine durch Putins Armee, es ist und bleibt ein klarer Völkerrechtsbruch. Doch darf dieser Krieg nicht durch überzogene Forderungen nach noch mehr Waffen und weiteren, härteren Sanktionen zu einer für ganz Europa unvorstellbaren Katastrophe führen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Mi, 29.6.2022

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