Das freie Wort

Entlastungsschmäh

Wie von Experten bestätigt, zahlen die Arbeitnehmer die für 2021 geplante Steuersenkung durch die kalte Progression selbst. Bei Betrachtung der Fakten ist es eine Zumutung, dies den Steuerzahlern als Entlastung zu verkaufen. Das Lohnsteueraufkommen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Um es in Worte zu fassen, seit 2016 um rund 15 Prozent. Damit wäre richtiger von einer Abgeltung zu sprechen, als von einer Entlastung. Auch in vielen anderen Bereichen (Ausbau des Nahverkehrs, Bundesheer, Landwirtschaft, Polizei, Pflege, Senkung der Körperschaftssteuer) soll es Investitionen und Entlastungen geben. Über die Finanzierung der Vorhaben gibt es keine oder nur vage Aussagen, wie auch von WIFO-Chef Christoph Badelt festgehalten wurde. Man muss kein Budgetexperte sein, um zu erkennen, dass sich die Versprechen ohne neue Steuern oder der Aufgabe des Nulldefizits nicht möglich sein werden. Sofern nicht das Märchen vom Goldesel wahr wird, sind bei diesem Finanzierungsrätsel viele Überraschungen zu erwarten, vor allem dann, wenn der prognostizierte Wirtschaftsabschwung eintreten sollte.

Mag. Hans Rankl, St. Pölten

Erschienen am So, 12.1.2020

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Weitere Leserbriefe
16.10.2026Datum auswählen

Für den aktuellen Tag gibt es leider keine weiteren Leserbriefe.

Voriger Tag
16.10.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung