Das freie Wort

Schlaflos – wenn die Nacht nicht enden will

Kennen Sie „Schlaflos in Seattle“ oder „Insomnia“? Zwei empfehlenswerte Filme – der eine romantisch angehaucht, Zweiterer zeigt einen der Hauptdarsteller, der keinen Schlaf findet und nächtelang wach liegt. Eine Qual, ich würde es als die größte menschliche Folter bezeichnen, wenn man zu wenig bis keinen Schlaf mehr findet. Außerdem mit schwerwiegenden Folgeerkrankungen behaftet. Vermehrte Ausschüttung von Cortisol, Diabetes mellitus, Chronisches Fatigue-Syndrom, um nur einige zu nennen. Immer mehr Österreicher leiden jedoch an Schlaflosigkeit – eine bedenkliche Entwicklung. Und es sind auch immer Jüngere betroffen. Es gibt genug Gründe, warum das Einschlafen bzw. das Durchschlafen nicht mehr klappt. Der Supergau ist die Insomnie – absolute Schlaflosigkeit. Ein Horrorszenario, wenn die Nacht zum Tag wird, wenn man stündlich auf den Wecker schaut, wenn die Nacht nicht und nicht enden will und auch das Schäfchenzählen nicht mehr hilft. Sorgen aller Art, Stress am Arbeitsplatz, zu warme oder zu helle Schlafräume, zu schweres oder fettes Essen, Nikotin, Alkoholkonsum, auch das Klimakterium (Wechseljahre) sollte man nicht außer Acht lassen. Was viele nicht bedenken, ist der häufige Konsum von Smartphones, Tablets und TV, blaues Licht hemmt die Melatoninausschüttung und gaukelt unserer Zirbeldrüse irrtümlich den Tag vor. Außerdem bewegen wir uns tagtäglich in einer Mikrowelle – am Arbeitsplatz, im Freien und immer öfter auch zu Hause. All das sind fatale Begleiterscheinungen unserer technisierten Welt. Der Körper, unsere Zellen werden Tag wie Nacht gestresst, Regeneration ist demnach Fehlanzeige. Ärzte verschreiben nur ungern Schlafpillen. Es besteht bei länger Einnahme Suchtgefahr, und als weitere Nebenwirkung kann wiederrum Schlaflosigkeit auftreten. Lebensstiländerung und bewusster Konsum – eine WIN-WIN-Situation. Gute Nacht.

Daniela Pichler, Hintersee

Erschienen am Fr, 23.3.2018

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