07.01.2008 11:47 |

Historischer Sieg

Janne Ahonen holt sich die Vierschanzen-Tournee

Janne Ahonen war der Meister der drei Schanzen bei der 56. Auflage der Springer-Tournee. Nach den Plätzen drei, zwei und eins trotzte der 30-jährige Finne auch den widrigen Bedingungen am Sonntag am besten: Er kürte sich als Doppelsieger von Bischofshofen mit dem fünften Gesamtsieg nach 1998/99, 2002/03, 2004/05 und 2005/06 zum alleinigen Rekordler der prestigeträchtigen Serie. Österreich muss hingegen weiter auf den nächsten Tourneesieg (zuletzt 1999/2000 Andy Widhölzl) warten. Aber immerhin: Thomas Morgenstern wurde Gesamt-Zweiter.

Morgenstern, nach dem zweiten Rang am Samstag als Gesamt-Zweiter ins Tournee-Finale gestartet, vergab seine Chance am Schlusstag schon im ersten Durchgang, als er weitere zehn Punkte auf seinen Rivalen einbüßte. Er rettete im Finale immerhin Tagesrang drei hinter Ahonen und dem Norweger Anders Bardal und hatte als Gesamt-Zweiter insgesamt 19,8 Punkte Rückstand. Der Deutsche Michael Neumayer fing Gregor Schlierenzauer, der das Finale verpasste, noch ab und wurde Gesamt-Dritter.

Vorentscheidung fiel im ersten Durchgang
Die Vorentscheidung war im ersten Durchgang gefallen. Bei sehr kurzem Anlauf war wegen des Regens die Anlaufspur immer langsamer geworden, von den besten Zehn der Gesamtwertung verpassten Wolfgang Loitzl, Simon Ammann und Tom Hilde das Finale. Als Ahonen dennoch auf 126,0 m flog, atmete sein Coach Tommi Nikunen tief durch. Alexander Pointner erstarrte hingegen auf dem Trainerturm, als danach Schlierenzauer bei 114,5 m zu Boden musste. Morgenstern landete schon bei 121,5 Meter. "Da hätte schon ein Wunder passieren müssen, damit es Morgi noch holt", meinte Pointner nach dem Bewerb.

Im Finale bei längerem Anlauf gab sich Ahonen keine Blöße, konterte einen 135,5 m-Flug von Morgenstern, der sich damit von Rang neun auf das Podest verbesserte, mit 136,0 Metern. So wie sich der Routinier auf den unterschiedlichen Schanzen und bei schwierigen Bedingungen präsentierte, war sein Triumph völlig verdient. Er kassierte dafür auch ein Auto, einen Subaru Impreza im Wert von 30.000 Euro, als Siegespreise.

„Es wird noch besser“
"Ein Wahnsinnstag für mich. Auch wenn das Wetter schwierig war", meinte der ansonsten wortkarge Finne fast euphorisch. Der fünfte Sieg bedeute ihm sehr viel, sagte er nach dem Gesamtsieg mit der größten bisher erreichten Punktezahl. "Aber ich werde das erst in einigen Jahren so richtig begreifen. Jetzt fühle ich mich so gut, und es wird noch besser sein, wenn ich zu Hause bin." Der Finne hält nun bei 34 Weltcupsiegen, neun davon bei der Tournee.

Morgi: „Mein Ziel ist der Gesamt-Weltcup“
Morgenstern gratulierte seinem Rivalen noch im Auslauf. "Es war ein sehr, sehr schwieriger Tag, der erste Sprung war vielleicht etwas zu viel des Guten. Aber insgesamt bin ich gut gesprungen", bilanzierte der 21-Jährige. Jetzt war ich Vierter, Dritter und Zweiter, irgendwann muss der Sieg kommen, ich habe ja noch zehn Jahre Zeit, da mach ich mir keinen Druck. Mein Ziel ist heuer der Gesamt-Weltcup."

Bei Schlierenzauer klappte es am Tag vor seinem 18. Geburtstag gar nicht nach Wunsch. Als 42. verpasste der bisherige Gesamt-Dritte das Finale, fiel auf Gesamtrang zwölf zurück. Da flossen Tränen, doch in der Entscheidungsphase war der Teenager schon wieder im Auslauf und umarmte Morgenstern nach dessen starkem Sprung. "Es war sehr, sehr schwer", erklärte Schlierenzauer. "Mein Sprung war auch nicht der beste und ein kleines Materialproblem ist auch dazugekommen. Es wollte halt nicht sein."

Seinen Kampfgeist hatte der 17-jährige Garmisch-Sieger aber nicht verloren. "Das muss jeder Spitzensportler einmal durchmachen. Das ist kein Zusammenbruch, nächste Woche werde ich im Weltcup wieder angreifen."

Toni Innauer bilanzierte zufrieden. "Wir haben alle Ziele erreicht, wir haben zwei Tagessiege und einen in den Top drei der Gesamtwertung", sagte der ÖSV-Sportdirektor. "Es entscheidet nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch, wie man sich auf wechselnde Leistungen einstellt. Ahonen hat bei schwierigen Bedingungen noch bessere Sprünge gezeigt, dazu muss man ihm gratulieren." 


Gesamtwertung - Endstand nach vier Bewerben:

1. Janne Ahonen 1.085,8 (neuer Gesamtpunkte-Rekord)
2. Thomas Morgenstern 1.066,0
3. Michael Neumayer 994,9
4. Adam Malysz 979,9
5. Dmitrij Wassilijew 977,5
6. Andreas Küttel 959,3
7. Anders Bardal 958,6
8. Martin Schmitt 955,6

Weiter:
12. Gregor Schlierenzauer 902,3
16. Wolfgang Loitzl 855,8
17. Arthur Pauli 819,6
20. Martin Koch 789,8
26. Manuel Fettner 647,1
30. Andreas Kofler 535,7


Ergebnisse zweites Springen in Bischofshofen:

 1. Janne Ahonen (FIN)  251,6 (126,0/136,0)
 2. Anders Bardal (NOR)  243,6 (132,5/124,5)
 3. Thomas Morgenstern (AUT)  242,7 (121,0/135,5)
 4. Martin Schmitt (GER)  235,7 (121,5/132,5)
 5. Denis Kornilow (RUS)  232,6 (120,0/132,0)
 6. Adam Malysz (POL)  232,1 (120,0/132,0)
 7. Dmitrij Wassilijew (RUS)  231,9 (126,0/127,0)
 8. Anders Jacobsen (NOR)  231,2 (128,0/123,5)
 9. Pawel Karelin (RUS)  227,9 (120,5/130,0)
10. Michael Neumayer (GER)  226,9 (119,0/131,5)
11. Roman Koudelka (CZE)  225,8 (120,5/128,0)
12. Janne Happonen (FIN)  223,5 (124,0/123,5)
13. Björn Einar Romören (NOR)  223,4 (119,5/128,5)
14. Arthur Pauli (AUT)  222,0 (119,0/128,5)
15. Martin Koch (AUT)  221,8 (121,5/127,0)

16. Balthasar Schneider (AUT)  221,1 (120,0/127,0)
17. Taku Takeuchi (JPN)  218,3 (120,5/125,5)
18. Jernej Damjan (SLO)  216,0 (119,0/126,0)
19. Matti Hautamäki (FIN)  215,7 (121,0/123,0)
20. Severin Freund (GER)  212,0 (120,5/124,5)
21. Shohhei Tochimoto (JPN)  211,5 (124,0/118,5)
22. Georg Späth (GER)  211,0 (121,0/121,5)
23. Robert Kranjec (SLO)  210,6 (122,0/120,0)
24. Mario Innauer (AUT)  210,1 (120,5/121,5)
25. Andreas Küttel (SUI)  208,8 (120,0/121,0)
26. Andrea Morassi (ITA)  207,4 (121,0/119,5)
27. Sami Niemi (FIN)  201,1 (117,5/119,5)
28. Stefan Kaiser (AUT)  196,4 (118,0/117,5)
29. Arttu Lappi (FIN)  192,8 (117,5/116,0)
30. Noriaki Kasai (JPN)  190,2 (117,5/114,0)

U.a. nicht für den 2. Durchgang qualifiziert:
32. Andreas Kofler (AUT)   98,0 (117,5)
34. Tom Hilde (NOR)   95,2 (116,5)
35. Martin Höllwarth (AUT)   94,8 (116,0)
  . Simon Ammann (SUI)   94,8 (116,0)
38. Wolfgang Loitzl (AUT)   93,5 (115,0)
42. Gregor Schlierenzauer (AUT)   90,6 (114,5)
43. Manuel Fettner (AUT)   89,8 (113,5)
45. Thomas Thurnbichler (AUT)   85,2 (111,5)

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