02.01.2008 13:36 |

Helden gesucht

Das Spiel zum Film: Die Legende von Beowulf

Beowulf ist in aller Munde - insbesondere seit im aktuellen Kinofilm eine hüllenlose Angelina Jolie zu bewundern ist. Die digitale Überarbeitung, die den Film wie ein Nextgen-Videospiel aussehen lässt, lädt geradezu zu einer Umsetzung des Stoffes ein.

Wehe dem, der den Film nicht gesehen hat oder die Vorgeschichte nicht kennt. Die offizielle Umsetzung wirft den Spieler ohne lange Erklärung sofort mitten ins Geschehen und tut auch im weiteren Spielverlauf nur wenig dafür, dem Spieler die Geschichte näher zu bringen. Für alle, die nicht um die Heldentaten des Beowulf Bescheid wissen:

Der junge Beowulf macht sich mit seinen Getreuen auf nach Dänemark, das von einem Ungeheuer namens Grendel heimgesucht wird. Dank seines Mutes und seiner Tapferkeit gelingt es Beowulf, das Monster zu besiegen, wodurch er in weiterer Folge den Thron von Dänemark erklimmt.

Soviel sei in aller Kürze zu dieser Heldensage erklärt. Wie erwähnt bekommt man nach dem Start des Spiels sogleich die erste Aufgabe gestellt. Hierbei ist ein Wettrennen zu bestreiten und danach eine Horde bösartiger Krabben abzuschlachten. In weiterer Folge muss einem Seeungeheuer zu Leibe gerückt werden, wobei es ausreicht, den eingeblendeten Button zum richtigen Zeitpunkt zu drücken.

Nach dieser Hürde geht es schon auf Richtung Dänemark. Die See ist rau und die Klippen nah. Daher muss Beowulf seiner Crew sicher den Weg weisen. Zu einer Melodie sind wiederum zum richtigen Zeitpunkt die verschiedenen Buttons zu drücken.

In Dänemark angekommen, stellen sich verschiedenste Gegner in den Weg, die einfach durch wildes Button-Dreschen erledigt werden können. Ist eine bestimmte Anzahl Feinde getötet worden, darf Beowulf in eine Art Wut-Modus versetzt werden. In dieser kurzen Zeitspanne ist er unverwundbar und richtet noch mehr Schaden bei seinen Kontrahenten an.

In dieser öden, nicht herausfordernden, sondern belanglosen Tonart geht es in einer Tour weiter. Selbst nach dem Sieg gegen die Bestie Grendel und ihre Mutter mag kein Funken Euphorie aufkommen. Fast scheint es, als wäre man aufgrund der Monotonie des Spiels bereits selbst sanft entschlummert.

Die technische Umsetzung ist ganz passabel, die Grafik sieht recht ordentlich aus - es gibt jedoch bereits Schöneres auf der PS3 zu bewundern. Die Soundkulisse passt sich dem Ganzen hervorragend an und verfestigt den durchschnittlichen Gesamteindruck.

Fazit: Beowulf reiht sich mühelos in die lange Liste schlechter Filmumsetzungen ein. Die Lizenzkosten dürften es offenbar nicht mehr erlauben, ein gutes Spiel aus dem nicht uninteressanten Stoff zu produzieren. Ein derart durchschnittliches Spiel, das schon nach kurzer Zeit nur gepflegte Langeweile auslöst, wird nicht viele angehende Helden anlocken.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox360, PC, PSP
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 51%

Von Harald Kaplan

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