24.12.2007 10:24 |

Tool Time

Ratchet & Clank: Tools Of Destruction

Eigentlich wollten der langohrige Ratchet und sein Blechkumpel Clank gerade ein wenig ausspannen, als ihnen der jähzornige Imperator Tachyon den Urlaub vermiest. In einer actionreichen Reise von Planet zu Planet gilt es in "Tools Of Destruction" von nun an nicht nur dem Schurken das Handwerk zu legen, sondern auch das Geheimnis um Ratchets Vorfahren - er ist ja bekanntermaßen der letzte noch lebende Lombax - zu lüften.

Seit dem ersten Erscheinen des ungleichen Duos im Jahre 2002 haben Ratchet & Clank eine stetig wachsende Fangemeinde für sich gewinnen können. Mit "Tools Of Destruction" liegt nun das erste Abenteuer der beiden für Sonys PS3 vor, dass trotz weniger Neuerungen vollends begeistern kann.

Dafür zeichnet sich vor allem die überwältigende Grafikpracht des Spiels verantwortlich. Würde man nicht selbst am Controller Knöpfchen drücken, man würde wohl meinen einen Animationsfilm zu sehen. Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: Überall kreucht und fleucht es in den abwechslungsreich und bunt gestalteten Levels. Die Macher von Insomniac Games haben eine derart lebendige Spielwelt geschaffen, dass einem viele andere Titel schlichtweg öd und trist erscheinen.

Doch auch auf spielerischer Ebene weiß das Spiel zu gefallen, wenngleich der gebotene Mix aus Jump'n'Run, actionlastigen Kämpfen und kleineren Knobel-Einlagen bereits aus den Vorgänger-Titeln bestens bekannt sein sollte. Allerdings haben die Macher großen Wert darauf gelegt, den Handlungsverlauf so spannend, dynamisch und auch humorvoll zu gestalten, dass man darüber getrost hinweg sehen kann.

Vor allem die zahlreichen außergewöhnlichen Gadgets, mit denen Ratchet und Clank auf Tour gehen, bringen frischen Wind in das ansonsten nicht mehr ganz frische Spielprinzip. Neben Ratchets Schraubenschlüssel, der sich auch als Bumerang einsetzen lässt, ist es insbesondere die mächtige Wumme mit ihren zahlreichen - gegen Bares erhältlichen -  Modifikationsmöglichkeiten, die die Gegner erzittern lässt. Anfänglich noch ein normaler Blaster, wird aus der Waffe in der Hand schnell ein Sägeblatt- oder Hurrikan-Werfer. Je nach Dauer der Nutzung verbessert sich die Waffe automatisch, andernfalls können an entsprechenden Shops Munitionskapazität, Feuerkraft oder auch Schussfrequenz erhöht werden.

Wer fleißig Schrauben und Muttern sammelt, die beim Zerschlagen von Gegnern oder Kisten abfallen, kann sich aber auch explodierende Gel-Bomben, Kampfdronen oder - weniger aggressiv - eine Discokugel kaufen, die einmal eingesetzt alle Feinde dazu zwingt, sich im Takt der Musik zu wiegen. Damit ist das Gadget-Repertoire jedoch noch nicht erschöpft, denn schließlich müssen Ratchet und Clank nicht nur kämpfen, sondern sich auch fortbewegen: Grind-Schuhe, Jet-Pack, Sprunghaken, um sich über große Abgründe zu schwingen, oder Robo-Flügel sind nur ein paar der Dinge, auf die das dynamische Duo zurückgreifen kann. Im Gegensatz zu den Spaziergängen an Land oder Unterwasserausflügen kommt bei den Flugmissionen oftmals die Sixaxis-Steuerung zum Einsatz, um durch Neigen des Controllers zu navigieren.

Die technischen Hilfsmittel sind dann auch unerlässlich, wenn es die nicht unbedingt schweren oder bahnbrechenden, aber immer wieder erfrischend arrangierten Sprungpassen zu meistern gilt. Hierbei tritt dann auch des Öfteren Ratchets Freund Clank in den Vordergrund, hat er doch im Spiel eine unheimliche Begegnung der dritten Art und ist von nun an mit seinen Alien-Freunden dem Geheimnis der Lombax auf der Spur. Die kleinen Aliens werden nicht nur benötigt, um etwa unter Clanks Kommando Schalterrätsel zu lösen, sondern vermögen auch über die seltene Gabe, die Zeit zu verlangsamen - was gerade bei sich bewegenden Plattformen, plötzlich hervorschießenden Feuersäulen und anderen typischen Jump'n'Run-Fallen von Vorteil ist.

Neben der hervorragenden Grafik sei abschließend auch noch der bombastische Sound und die mehr als gelungene Synchronisation erwähnt. Abermals ist es den Machern gelungen, den Charakteren äußerst witzige Dialoge auf den Leib zu schreiben, ohne dabei Ratchet und Clank zur trotteligen Lachnummer verkommen zu lassen.

Fazit: Die beiden Helden Ratchet und Clank feiern mit "Tools Of Destruction" ein fulminantes Debüt auf der PS3. Zwar hat der Titel in spielerischer Hinsicht wenig neues zu bieten, vermag dafür aber umso mehr mit viel Witz, grandioser Optik und nicht zuletzt zahlreichen abgefahrenen Waffen und Gadgets zu fesseln. Hier greift einfach nahtlos alles ineinander, um dem Spieler ein abwechslungsreiches und perfekt inszeniertes Jump'n'Run-Erlebnis zu bescheren. 

Plattform: PS3
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 88%


von Sebastian Räuchle

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