21.11.2007 15:06 |

Bitteres Ende

Die GAK-Akademie soll gerettet werden

Die angekündigte Einstellung des Spielbetriebs beim GAK ist noch nicht realisiert worden. Wie GAK-Verwaltungsratsvorsitzender Harald Fischl am Mittwoch sagte, "prüft man in den nächsten Tagen behutsam Rettungsszenarien für die Akademie", ein Ausbildungs- und Trainingszentrum für Nachwuchskicker. Gleichzeitig hoffe er mit der Ankündigung der Einstellung auf "Ernüchterung" bei den Altfunktionären: "Die Mitgliederversammlung war als letzter Appell gedacht, in einer Sonderrunde die Kollekte zu eröffnen."

Fischls Strategie war bzw. ist es, den Druck auf die Altfunktionäre, insbesondere Rudi Roth ("Er hätte die größte Verantwortung") so zu erhöhen, dass es doch noch zu einer Auffanglösung kommt. Allerdings sind es schon drei Millionen Euro, die nach seiner Schätzung notwendig wären, um den Zwangsausgleich durchzubringen und den Spielbetrieb bis Sommer 2008 zu sichern.

Unterlagen beschlagnahmt
Die Emotionen, die in den vergangenen Tagen hochgegangen seien, hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt. Auch die Beschlagnahmung von Unterlagen, die am Dienstag im Trainingszentrum und bei einem früheren Steuerberater des Vereins von Gericht veranlasst worden sind. "Verdacht auf grob fahrlässige Beeinträchtigung der Gläubigerinteressen und Abgabenhinterziehung", lautete laut Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Manfred Kammerer, die Begründung.

Dass Fischl seine Kaution noch nicht, wie angekündigt, zurückgezogen hat, habe einen Grund: "Wenn wir schließen, werden 300 Kinder und Jugendliche aus den Bewerben gezogen und stehen auf der Straße", schilderte er drastisch. Das müsse verhindert werden. Als Träger würde zwar der Landesfußballverband die Akademie übernehmen, die Finanzierung müsse aber gesichert werden.

Keine Hilfe von der öffentlichen Hand
Hilfe von der öffentlichen Hand ist da nicht zu erwarten, wie Sportlandesrat Manfred Wegscheider (S) abwinkte. Er habe in den vergangenen Tagen Sondierungsgespräche mit dem Grazer Finanzstadtrat Wolfgang Riedler (S) und Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) geführt. Das Ergebnis: "In der jetzigen Situation ist es ausschließen, dass weitere Geldflüsse fließen werden. Wenn es eine Rettung gibt, dann nur noch über einen Privaten", betonte Wegscheider.

Hinsichtlich der 1,2 Mio. Euro Landeshaftung für den GAK aus dem Jahr 2006 wurden laut Wegscheider Regressansprüche an jenen Wirtschaftsprüfer geltend gemacht, der dem GAK eine Fortführungsprognose ausgestellt hat. "Wir sind der Meinung, dass uns falsche Zahlen und Daten vorgelegt worden sind, dass hier aufgrund der Fakten, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind, Fahrlässigkeit besteht. Aber das muss das Gericht entscheiden", meinte der Landesrat.

Und wenn alle Stricke reißen...
Den "GAK neu", den Fischl mit seinem aktiven Werben um die Mitglieder des "GAK alt" parallel aufzubauen versucht, sieht er als Versicherung, wenn alle Stricke reißen. Um beispielsweise das Trainingszentrum weiterbetreiben zu können, brauche man einen Rechtsträger. Würde der GAK überleben, könnte man ja wieder fusionieren.

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