Luftreinhalteanlage

Lenzing setzt in China auf Umweltschutz

Betriebe nach China verlagern, um strengen Umweltauflagen auszuweichen? Aus der Traum! Auch im „Reich der Mitte“ wird Umweltschutz immer mehr Thema - und die Luftvorschriften sind so streng, dass die Lenzing AG in ihrem neuen Werk dort eine umfangreichere Abgasanlage hat als in Oberösterreich!

Der Faserriese Lenzing AG wächst - ungeachtet aller Verkaufsgerüchte - in Lenzing und in Heiligenkreuz im Burgenland weiter. Und auch in Nanjing in China: Seit Mai 2007 sind dort zwei Produktionslinien für insgesamt 60.000 Jahrestonnen Zellstofffasern in Betrieb, und schon bald könnten es mehr werden: „Wir sind in einen wachsenden Markt hineingestartet, die Entscheidung über einen Produktionsausbau um weitere 60.000 Jahrestonnen könnte nun schneller als erwartet fallen; noch vor dem Winter“, sagt Herbert Hummer, Manager bei Lenzing Nanjing, zu einer Delegation mit Landesrat Viktor Sigl an der Spitze.

Dabei sind strenge Umweltauflagen durch die Chinesen - die allerdings von dort einheimischen Betrieben im Zusammenwirken mit Behörden oft umgangen wurden - kein Hindernis. Lenzing hält sich vorbildlich daran; einerseits, weil man Qualitätsführer auf allen Gebieten sein will; andererseits, weil Umweltschutz auch in China immer wichtiger wird (siehe Parteitag der Kommunisten) und gegen Sünder immer öfter hart durchgegriffen wird.

Ein beträchtlicher Teil der 65 Millionen Euro-Investition Lenzings in Nanjing ist daher in die Luftreinhaltung geflossen, nämlich etwa 12,5 Millionen Euro! „Die Abgasreinigung ist dieselbe wie in Lenzing. Und wir haben hier in Nanjing noch eine Gaswäsche nachgerüstet, die wir daheim nicht haben“, erzählt Hummer. Auch chinesische Faserhersteller werden hier bald nachziehen müssen…




Foto: Werner Pöchinger

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Montag, 28. September 2020
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