22.08.2007 20:39 |

Reiche Hauptstädter

Wiener haben die dicksten Brieftaschen

Die Wiener können sich zwar nach wie vor am meisten leisten, der Vorsprung gegenüber den anderen Bundesländern wird aber geringer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kaufkraftstudie. Unter dem Bundesdurchschnitt liegen das Burgenland, Kärnten und die Steiermark.
Obwohl das Wohlstandsniveau in Wien laut der Untersuchung von "RegioData" in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat, weist die Bundeshauptstadt mit einem Kaufkraftindex je Einwohner von 106,1 nach wie vor das höchste Wohlstandsniveau unter den Bundesländern auf.


Einsparungen im öffentlichen Dienst wirken sich auf den Wiener Index ebenso aus wie die Abwanderung von Betrieben in andere Bundesländer beziehungsweise auch nach Osteuropa. Wien werde sich jedoch auch mittelfristig als kaufkraftstärkstes Bundesland behaupten können, so die Studie.


Nachzügler Burgenland, Kärnten, Steiermark

Den letzten Platz im heurigen Kaufkraft-Ranking teilen sich die drei Bundesländern Burgenland, Kärnten und Steiermark. Mit einem Kaufkraftindex je Einwohner von 94,5 Punkten liegen alle drei Bundesländer unter dem Österreich-Schnitt von 100 Punkten. Kärnten hat im Vergleich zum Vorjahr wieder ein wenig an Boden gutgemacht. Das Burgenland und die Steiermark büßten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt etwas ein.


Weiter abgenommen haben die regionalen Kaufkraftunterschiede: Während die Spannweite zwischen dem Bundesland mit der geringsten und jenem mit der höchsten Kaufkraft vor zehn Jahren bei 26,7 Punkten lag, beträgt dieser Unterschied nun nur noch 12,6 Prozent. Ausschlaggebend für die Verringerung der regionalen Kaufkraftunterschiede sind die Steuerreformen der vergangenen Jahre, die nicht nur einen sozialen, sondern auch einen regionalen Ausgleich erzielten. Auch die massiven Regionalförderungen, etwa die EU-Förderungen, helfen den Regionen.


Wien-Innenstadt ist top

Die kaufkraftstärksten Bezirke in Österreich sind der Studie zufolge Wien 1. Bezirk, Wien 13. Bezirk, Wien 19. Bezirk, Mödling und Wien 8. Bezirk. Die kaufkraftschwächsten sind Hartberg, Feldbach, Wien 15. Bezirk, Lienz und Zwettl. Die Bezirke mit den höchsten Zuwächsen im Kaufkraftindex liegen wie in den Vorjahren rund um die Städte Wien, Graz und Linz. Die Speckgürtel rund um die Städte werden also immer größer.


Österreich im Spitzenfeld

Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von rund 17.000 Euro befinden sich die Österreicher im europaweiten Vergleich in einer Spitzenposition. Betrachtet man ein Ranking aller europäischen Länder, so kommt Österreich hier auf den siebenten Rang. Luxemburg, die Schweiz und Norwegen führen diese Rangfolge an. Unter den EU-Ländern erreicht Österreich den vierten Platz hinter Luxemburg, Großbritannien und Dänemark und noch (knapp) vor Deutschland und Frankreich. Im Euro-Raum liegt Österreich hinter Luxemburg sogar auf Platz 2.
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