Pension neu

Die Verlierer bei der neuen Pensionsregelung

Österreich
06.06.2003 15:07
Bei den überarbeiteten Änderungen der Pensionsreform müssen Frauen mit niedrigen Einkommen mit deutlichen Verlusten zu rechnen. Auch Hackler verlieren voll. Für unter 35-Jährige ist noch nicht klar, wie ihre Altersvorsorge konkret aussehen wird.
Die Arbeiterkammer hat die Auswirkungen derRegierungsmaßnahmen, wie sie im Abänderungsantrag derBundesregierung an die Sozialpartner dargestellt sind, berechnet.
 
Die Verlierer:
Sehr viele haben bereits ab dem kommendem Jahr miteinem Verlust von 12 Prozent zu rechnen, denn auch dann, wenndie "Deckelung" greift, verlieren sie dauerhaft weitere rund zweiProzent: Nach der Regierungsvorlage soll die erste Pensionsanpassung"ausgesetzt" werden. Der Verlust von eineinhalb Monatspensionenjedes Jahr entspricht fast dem Verlust des 13./14. Einkommens.
 
Frauen mit niedrigem Einkommen
Frauen mit niedrigen Einkommen haben mit deutlichenVerlusten zu rechnen - anders, als die Regierung oft behauptet,auch wenn sie ein Kind haben. Eine Arbeiterfamilie mit einem Kind,deren Familieneinkommen ohnehin sehr gering ist, kann sogar über11 Prozent verlieren!
 
Hackler
Die sogenannte "Hacklerregelung" führt zu massivenVerlusten. Das zeigen Berechnungen der AK auf Basis des vorliegendenAbänderungsantrages. Danach können ältere Männer(vor 1947 geborene Arbeitnehmer), die 45 volle Beitragsjahre gearbeitethaben, zwar weiter mit 60 in Pension gehen - aber sie verliereneineinhalb Monatspensionen.
 
Unter 35-Jährige
Unter 35-Jährige sind total verunsichert: EinPensionskonto, welches all alle unter 35-Jährigen betreffenwürde, wäre leistungsbezogen. Beim beitragsorientiertenKonto zahlt der Versicherte die vom Staat festgelegten Beiträge.Allerdings weiß er im Vorhinein nicht, wie hoch seine Pensionletztlich ausfallen wird. Die Beiträge werden einfach verbuchtund wie bei einem Sparbuch verzinst. Jedes Jahr bekäme maneinen Auszug mit dem aktuellen Stand des Pensionskontos. Hiersind jedoch noch viele Fragen offen.
 
Die Schwerpunkte der neuen Reform:
 
+ Es soll keine Eingriffe in bestehendePensionen geben.
 
+ Verluste aus den diversen Maßnahmen sollenmit maximal zehn Prozent begrenzt werden.
 
+ Die Frühpension soll abgeschafft werden,aber in langsameren Schritte - von 2004 bis 2017. Bis dahin wirddas Pensionsantrittsalter ab 2004 jährlich jeweils 4 Monateangehoben, bis es bei Frauen 60 und bei Männern 65 beträgt.
 
+ Im Sozialministerium wird ein Härtefondseingerichtet (10 Mio Euro). Die Familien-Ausgleichszulage sollvon 965 auf 1.000 Euro angehoben werden, was eine Erleichterungfür die Bezieher kleiner Pensionen bedeutet.
 
+ Wer vor 65/60 in Pension geht, muss mit 4,2 ProzentAbschlag pro Jahr rechnen.
 
+ Kürzungen bei Politikerpensionen sind vorgesehen.Für diese soll das ASVG gelten (höhere Abschläge,Abschaffung der Frühpension). Politiker erwarten Solidarabgabenvon bis zu 15 Prozent.
 
+ Doppelbezüge (Aktivgehalt und Pension) sollenabgeschafft werden.
 
+ Der Durchrechnungszeitraum wird schrittweiseauf 40 Jahre erhöht.
 
+ Längere Übergangsfrist bei Steigerungsbeträgen.
 
+ Bis Jahresende soll ein Gesetzesantrag zur Harmonisierungder verschiedenen Pensions-Systeme erarbeitet werden. Füralle unter 35-Jährige soll ein einheitliches Pensionskontogeschaffen werden.
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