Sa, 21. Juli 2018

Das Spiel zur Serie

21.08.2007 11:58

Criminal Intent

Spieleumsetzungen von TV-Serien und Kinofilmen scheitern zum Großteil aus denselben Gründen: fade Story, uninspirierte Sprecher, veraltete Grafik und eine seicht dahinplätschernde Story. Der PC-Ableger der US-Krimiserie "Criminal Intent" bildet da leider keine Ausnahme.

Der Spieler schlüpft in die Figur von Detective Robert Goren, der immerhin sowohl über das Aussehen des Schauspielers Vincent D’Onofrio als auch dessen Synchronstimme verfügt. Die wirklich spannenden Momente von "Criminal Intent" kann die Figur dennoch nicht vermitteln, schließlich ist Goren im TV für seine kalkulierten Wutausbrüche berüchtigt. Die sucht der Spieler allerdings vergeblich. Genau wie Gorens Kollegin im TV - weibliche Unterstützung hätte dem Game-Kriminalisten wahrscheinlich gut getan.

Zu Beginn darf der Spieler aus drei Mordfällen wählen, die sich im Grunde alle gleich spielen. Zuerst wird der Leichenfundort besichtigt, aus den dort vorhandenen Spuren schließt Goren mit Hilfe seiner Kollegen auf weitere wichtige Orte und Personen. Die befragt der blutleer wirkende Detective anschließend, dabei darf der Spieler entscheiden, wie er vorgehen möchte - freundlich, direkt oder doch angriffslustig? Zwar führt nicht jeder Weg zum Ziel - der Fortschritt wird mittels Balken dargestellt - doch irgendwie ist das immer zu erreichen, im Notfall startet die Befragung einfach von vorn.

Diese Tatsache macht das ohnehin eher unspannende Game nicht gerade interessanter. Langeweile verbreiten nicht nur die klobig animierten Figuren und deren hakelige Bewegungen, sie bleiben zu allem Unglück auch noch ständig an Objekten hängen, und Clippingfehler sind ebenfalls keine Seltenheit. Die 2D-Schauplätze sind gelinde gesagt unspannend und hinken der Grafik gut gemachter Adventures hinterher.

Die positivsten Aspekte von "Criminal Intent" sind die spärlich gesäten Rätsel und das Spurensammeln. Hier kommt endlich das Jäger-und-Sammler-Gefühl auf, das Krimi-Games eigen ist. Jedes Detail kann im späteren Verlauf wichtig werden, aus unzähligen Hinweisen ergibt sich langsam ein Profil des Täters, das richtig gedeutet werden will.

Die gesammelten, ausgewerteten Beweise gibt Goren schließlich in eine Datenbank ein, die die Vorgehensweise und möglichen Motive des Mörders aufdeckt. Sind genug Spuren gesammelt und Personen befragt, ist der Weg frei, dem möglichen Täter per Durchsuchungsbefehl auf die Schliche zu kommen.

Fazit: Die Grafikengine von "Criminal Intent" hat bereits zwei Jahre auf dem Buckel - und war damals schon keine Schönheit -, das trübt den Spielspaß. Besonders die lieblos animierten Charaktere und uninspirierten Sprecher lassen kaum Krimi-Flair aufkommen. Besser gelungen ist den Entwicklern der Spannungsaufbau. So wird der Gamer für gründliche Untersuchungen mit weiteren Details, Tatorten und Verdächtigen belohnt. Dennoch ist "Criminal Intent" eher Fans der Fernsehvorlage zu empfehlen, für alle anderen gibt es spannendere Alternativen.

Plattform: PC (getestet)
Publisher: bhv
Krone.at-Wertung: 62%


von Bernadette Geißler

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