15.07.2007 10:38 |

Falsch operiert

Pfuschopfer stehen offenbar nur 3.000 Euro zu

Die Angst und Aufregung nach zwei Operationen an einem Tag sind zwar vorbei, doch die Schmerzen sind Cornelia (11) geblieben. Wegen eines schlimmen Irrtums in einem Wiener Spital wurde das Kind - wie berichtet - zuerst am falschen Knie operiert. Das Krankenhaus hat zwar den Patientenanwalt eingeschaltet, doch der hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Vermutlich wird das Kind mit 3.000 Euro Schmerzensgeld für den Pfusch "getröstet".

Diesen Freitag, den 13., wird Cornelia nicht so schnell vergessen. Zuerst die Nervosität vor dem ersten chirurgischen Eingriff, dann die Schreckensmeldung: "Cornelia, du musst noch einmal unters Skalpell, weil dich der Herr Doktor am falschen Knie aufgeschnitten hat." Mittlerweile ist das Mädchen zwar zur Hause, muss aber dreimal am Tag schmerzstillende Tabletten nehmen.

Seitens des SMZ Ost wurde der Fehler zwar eingestanden und der Patientenanwalt eingeschaltet, doch bisher hat sich Dr. Brustbauer noch nicht bei Cornelias Eltern gemeldet. "Das zeigt von einer Amtsvorstellung, die mit modernem Patientenrecht nicht vereinbar ist", prangert die grüne Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz die "verstaubte Patientenhilfe zu Bürozeiten" an. Aus ihrer Sicht steht Cornelia Schmerzensgeld zu. Nach Erfahrungswerten ergibt sich eine Summe von rund 3.000 Euro.

Von Christoph Matzl und Christoph Budin (Foto: Klemens Groh)

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