Günther Platter dachte Anfang März laut darüber nach, gewalttätige Hooligans vorsorglich in Haft zu nehmen. "Das ist verfassungswidrig", erklärte dazu Justizministerin Maria Berger. Bei der Fußball-WM in Deutschland wurde die Probe "präventive Haft" aufs Exempel gemacht. "Mit guten Erfahrungen", beteuerte Günther Beckstein der "Krone".
Wie das in der Praxis exekutiert wurde? "Die gewalttätigen Hooligans bekamen Bescheide, nicht zu den Spielorten zu fahren", so Beckstein. "Wenn sie sich nicht daran hielten, wurden sie in Unterbindungsgewahrsam genommen." Wohlgemerkt: nicht in Strafhaft, sondern in "Anhaltelager", mit Bauzäunen umfriedet und mobilen Toiletten ausgestattet. Die Anhaltedauer betrug maximal 24 Stunden.
"Vor der Fußball-WM wurden mehrere Beschwerden gegen diese Maßnahme beim Verfassungsgerichtshof erhoben. Sie wurden aber alle abgewiesen", schildert Beckstein. "Glauben Sie mir, es ist für junge Menschen besser, einige Stunden in Polizeigewahrsam zu verbringen, als in eine Prügelei verwickelt zu werden."
Von Dieter Kindermann, KronenZeitung
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