04.03.2007 12:33 |

Schlecht versorgt

Bush will Zustände in Militärspital untersuchen

Nach der Entlassung von US-Heeresstaatssekretär Harvey hat US-Präsident Bush im Skandal um die schlechte medizinische Versorgung verwundeter US-Soldaten die Einrichtung einer Untersuchungskommission angekündigt. Im Radio sagte Bush am Samstag, er sei "zutiefst aufgewühlt über die jüngsten Berichte über die unterdurchschnittlichen Bedingungen" im Armeehospital Walter Reed in Washington.

Die Untersuchungskommission werde die Behandlung von Soldaten vom "Schlachtfeld bis zu ihrer Rückkehr ins Zivilistenleben als Veteranen" prüfen, um eine Berücksichtigung ihrer körperlichen und psychischen Bedürfnisse sicherzustellen, sagte Bushs Sprecherin Dana Perino in Washington. Im Hospital Walter Reed werden verletzte Soldaten aus den Einsätzen im Irak und in Afghanistan versorgt.

Bush will den US-Kongress um die Freigabe von 86 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro) zur Versorgung von US-Veteranen bitten. Die Bewilligung der Summe würde einen Anstieg um 77 Prozent seit seinem Amtsantritt und den höchsten Versorgungsetat für Veteranen in der Geschichte der Vereinigten Staaten darstellen, warb Bush in seiner Radioansprache. "Dieses Land hat die moralische Verpflichtung, unseren Soldaten und Soldatinnen die beste Fürsorge und Behandlung zu bieten", so der US-Präsident.

Verteidigungsminister Gates teilte in Washington mit, er habe den Rücktritt des US-Heeresstaatssekretärs Harvey angenommen. "Ich bin enttäuscht, dass manche in der Armee den Ernst der Lage nicht angemessen eingeschätzt haben", sagte er. Gates ordnete eine Prüfung der Zustände im Hospital Walter Reed sowie im National Naval Medical Center in Bethesda im US-Staat Maryland an.