02.03.2007 16:40 |

Kosovo-Gespräche

Delegationen trennen sich ohne Kompromiss

Die letzte Runde der Gespräche über die Zukunft der südserbischen Provinz Kosovo ist am Freitag in Wien ohne Einigung in der entscheidenden Status-Frage zu Ende gegangen. „Beide Seiten beharren auf ihren diametral entgegen gesetzten Standpunkten, was bedeutet, dass es keine Bewegung auf beiden Seiten gegeben hat“, erklärte der UNO-Sonderbeauftragte Ahtisaari nach dem Ende der Gespräche.

Ein abschließendes Gipfeltreffen wurde für den 10. März angesetzt. Es soll in der Wiener Hofburg stattfinden. Die entsprechenden Einladungen wurden beiden Delegationen bereits überreicht. An dem Gipfel sollen die Präsidenten und Regierungschefs aus Belgrad und Pristina teilnehmen. Er werde seinen endgültigen Lösungsvorschlag den Regierungen in Belgrad und Pristina rechtzeitig vor dem Gipfel zukommen lassen, damit sich beide Seiten darauf vorbereiten könnten, so Ahtisaari.

Sicherheitsrat soll Entscheidung treffen
Der Finne hatte Anfang Februar eine vorläufige Version seines Kosovo-Plans präsentiert und darin eine eingeschränkte Unabhängigkeit der Provinz vorgeschlagen. Die Regierung in Pristina besteht auf voller Unabhängigkeit, Serbien will dem UNO-verwalteten Kosovo eine weitgehende Autonomie gewähren. Die Entscheidung soll der UNO-Sicherheitsrat treffen.

Pristina würde UN-Vorschlag annehmen
Ahtisaaris Stellvertreter Albert Rohan erklärte, im Rahmen der Gespräche in Wien hätten Belgrad und Pristina in den vergangenen Monaten die Möglichkeit gehabt, ihre Positionen zu hinterfragen und einen Kompromiss zu finden. „Aber das war leider nicht der Fall.“

Auch die Belgrader Delegation bestätigte nach den Gesprächen in Wien am Freitag, dass es keine Annäherung der Standpunkte und keine Einigung über den künftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo gegeben habe. Die kosovo-albanische Delegation meinte, Pristina habe bei den Gesprächen noch einmal bestätigt, dass es den Vorschlag von Ahtisaari als Ganzes annehme.