29.04.2003 18:04 |

Für Fußball-WM 2006

Minisender an Ball und Spielern

Mit Minisendern in den Schienbeinschonern der Spieler und im Ball soll das hoch-dynamische und komplexe System Fußball transparenter gemacht werden. In Deutschland wurde jetzt die „Wireless-Tracking-Technologie“ (drahtloses Ortungssystem) für präzisere Schiedsrichter-Entscheidungen und fundiertere Spielanalysen vorgestellt.
"Unser Ziel ist es, präzise, kontinuierlicheund dreidimensionale Positionsdaten aller 22 Spieler und des Ballessowie aller Spielsituationen in Echtzeit zu gewinnen und auszuwerten",sagte Thomas von der Grün vom Fraunhofer-Institut. Eine Jugend-Mannschaftunterzog das Funkortungssystem am Montag einem Praxistext.
 
"Bei Schwalben oder Fouls kann das System nichthelfen. Da ist nach wie vor der Schiedsrichter gefragt", kommentierteSportreporter Günther Koch. "Wenn aber der Ball wie beimberühmten Wembley-Tor oder -Nicht-Tor von der Latte nachunten springt, kann der Schiri oder der Reporter auch mit derbesten Zeitlupe nicht erkennen, ob der Ball im Flug hinter derTorlinie war oder nicht."
 
Die Idee wurde bei einem Altherren-Spiel mit demChef der Cairos Technologies AG, Hartmut Braun, geboren. SeinUnternehmen versorgt die Medien schon bislang mit Sportanalysesystemen."Nicht gegebene Tore können im Fußball oft Millionenverlustebedeuten oder den Ausgang einer Weltmeisterschaft entscheidendbeeinflussen", erinnerte auch Braun an das legendäre WM-Endspielzwischen England und Deutschland im Jahr 1966 in London. Trotzder elektronischen Entscheidungshilfe soll der Schiedsrichteraber auch in Zukunft der wichtigste Mann auf dem grünen Rasensein.
 
Abstandsmesser beim Freistoß
Die Minisender geben bis zu 2000 Signale in der Sekundeab, die von bis zu zehn Antennen am Spielfeldrand und an den Flutlichtmastenaufgenommen werden. Durch die unterschiedliche Laufzeit der Signalelässt sich jede Position exakt bestimmen. Vom Computer erhältder Schiedsrichter in Realzeit optisch, akustisch oder per VibrationSignale, ob beispielsweise der Ball die Tor- oder die Außenlinieüberschritten hat oder ein Spieler beim Freistoß nichtden nötigen Abstand einhält.
 
Ziel: Einsatz bei der WM 2006
Bereits in zwei Jahren soll das Positionssystem Ausschnitteeines Spiels automatisch analysieren können, auch als Unterstützungder strategischen Vorbereitung für kommende Spiele. Die Wireless-Tracking-Technologiebietet Trainern alle Möglichkeiten, ihre Trainingsmethodenzu optimieren und ihre strategische Spielplanung zu verbessern.Diese reichen von der momentanen Geschwindigkeit eines Spielersüber seine Laufleistung während eines gesamten Spiels,über die Zahl der Ballkontakte und Zuspiele bis hin zur Geschwindigkeitdes letzten Torschusses. Ziel der Beteiligten ist es, das so genannteCairos-System bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland einzusetzen.
Donnerstag, 24. Juni 2021
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