08.02.2007 12:50 |

Sanierung gefordert

Mauthausen durch "Kyrill" schwer beschädigt

Der Orkan "Kyrill", der in der Nacht zum 19. Jänner über Europa hinweg fegte, hat an der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz erhebliche Schäden angerichtet. Das österreichische Denkmalamt hat am Mittwoch die Schäden offiziell bekannt gegeben: Es wurden einige Baracken durch den Sturm mit Geschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Experten fordern eine Gesamtrestaurierung.

In Mauthausen und seinen Nebenlagern hatten die Nationalsozialisten über 200.000 Menschen inhaftiert. Etwa die Hälfte der Gefangenen, darunter zehntausende Juden, kam in der Vernichtungsmaschinerie der Nazis um.

Baracken mit Stahlstützen geschützt
Nach Angaben des Denkmalsamtes richtete "Kyrill" den schlimmsten Schaden an der "Baracke 1" an. Dort wurden Wände eingedrückt, ein Teil sei völlig eingestürzt. Auch andere Baracken und Dächer wurden in Mitleidenschaft gezogen. In Absprache zwischen Bundesdenkmalamt und einer Baufirma wurden zur Rettung der Überreste Stahlstützen errichtet, freigelegte Barackenteile umgelegt und eingestürzte Gebäudeteile mit einem Bauvlies geschützt, ebenso abgedeckte Dächer.

Gesamtrestaurierung "zeitgeschichtliche Notwendigkeit"
Die Erhaltung der noch vorhandenen Gebäude in Mauthausen ist nach Ansicht der Experten "nicht nur denkmalpflegerisches Ziel, sondern zeitgeschichtliche Notwendigkeit". Die Denkmalschützer fordern nach der starken Beschädigung durch den Orkan eine unbedingte Gesamtrestaurierung aller Barackengebäude.

Dienstag, 22. Juni 2021
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