"Kyrill"- Stress

Dachdecker überbucht, Ziegel fast ausverkauft

Mehr als 100 Dächer schwerst beschädigt oder ganz abgedeckt, bei 45.000 Gebäuden in Oberösterreich hat Orkan „Kyrill“ zumindest leichte Schäden hinterlassen. Die 300 heimischen Dachdecker-Betriebe sind im Stress. Schnee ist angekündigt. Zumindest mit Planen müssen jetzt rasch alle Löcher gestopft werden - Schindeln sind Mangelware.

„Allein in unserem Betrieb gingen etwa 300 Hilferufe ein. Das sind mehr als zehn Mal so viele Aufträge als sonst zu dieser Zeit“, sagt Othmar Berner, Dachdecker aus Bad Ischl und oö. Innungssprecher. Er und seine Kollegen versuchen, Prioritätenlisten zu erstellen:Wo Gefahr im Verzug ist, wird zuerst geholfen. „Wo nur eine Schindel fehlt und darunter ein dichtes Kaltdach ist, eilt es nicht so sehr. Kaltdächer müssen auch nach Abdecken der Schindeln mindestens drei Monate dicht halten“, so Berner. Da einige Schindel-Sorten schon vergriffen sind, wird zumindest mit speziellen Planen provisorisch abgedichtet. Das hält auch den Schneedruck aus. Wichtig ist, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren, als Beweis für die Versicherung.

„Hausbesitzer sind gut beraten, öfter ihre Dächer von Fachleuten begehen zu lassen“, meint Berner. Er kennt einen Fall, wo „Kyrill“ ein Dach so gelockert hatte, dass es der nächste etwas stärkere Wind runtergeweht hätte. „Wenn beim Nachbarn ein Fachmann ohnehin ein Loch flickt, dann kann man ihn ja bitten, das eigene Dach auch durchzusehen. Das verhindert Folgeschäden“, so der Dachdecker-Meister.

 

Fotograf: Hörmandinger

Freitag, 18. Juni 2021
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