Di, 16. Oktober 2018

Skilehrer

02.01.2018 12:59

"Weil I wü Skifoan..."

Ich liebe meinen Beruf!" Gottfried Krabath ist ein Skilehrer wie aus dem Bilderbuch. Braungebrannt und mit einem sympathischen, breiten Lächeln. Doch anders als in seiner Skischule auf dem Katschberg, haben die Skifahrer bei ihm auf dem Mölltaler Gletscher nichts zu lachen. "Das sind keine Anfänger hier, sondern allesamt überdurchschnittlich gute Skifahrer, die eines gemeinsam haben: Sie wollen ebenfalls Skilehrer werden."

"18 Jahre habe ich in der Versicherungsbranche gearbeitet. Ich konnte und wollte nicht mehr im Büro sitzen", verrät Andrea Knips. Mittlerweile bietet sie im Sommer Heilfasten auf Sylt an und im Winter möchte sie künftig ihre Leidenschaft für das Skifahren anderen vermitteln. Doch der Weg ist weit und beginnt mit dem Schneesportlehrer-Anwärter. 42 Tage dauert alleine die Ausbildung zum Landesskilehrer. "Es wird dabei Methodik sowie Pädagogik gelehrt und das skifahrerische Eigenkönnen stark verbessert", so Stefan Obernosterer, einer der 35 diplomierten Skilehrer des Kärntner Skischulverbandes - der Meisterliga.

Krabath: "Wir zählen zu den Besten der Welt, weil wir auch im hochalpinen Gelände ausbilden können, etwa in Heiligenblut, am Mölltaler Gletscher, aber auch auf der Gerlitzen sowie auf dem Nassfeld." Natürlich muss ein Skilehrer nicht nur die zwei Brettln, sondern auch das Snowboard beherrschen. Einen Alpinkurs gilt es ebenfalls zu absolvieren, will man im Skigebiet mit seinen Gästen neben der Piste abfahren. Doch der Aufwand lohnt sich, davon ist zumindest Gottfried Krabath felsenfest überzeugt: "In der Natur zu arbeiten, mit Menschen, die jeden Tag anders aufgelegt sind, ist wunderbar und viel schöner, als wenn man täglich frühmorgens den Computer hochfährt. Zu uns kommen Skianfänger am Wochenbeginn als Fremde und gehen als Freunde."

Denn das Schönste für einen Skilehrer sind die vielen kleinen Erfolge, die man tagtäglich miterleben darf. Obernosterer: "Viele können sich am Beginn des Skikurse nicht einmal die Skier anziehen, nach zwei Stunden kann der Anfänger selbst bremsen und macht nach drei Stunden seine ersten Schwünge."

Der größte Fokus wird beim Landesskilehrer-Kurs auf die Ausbildung der Kinder gelegt. "80 Prozent aller Skikursteilnehmer sind Kinder", weiß Krabath: "Im fortgeschrittenen Bereich sind es dann Erwachsene, die oft als Wiedereinsteiger den Weg auf die Skipisten finden."

Mit ein Grund, warum Österreichs Skilehrer weltweit gefragt sind, ist die einheitliche Ausbildung. "Es gibt acht Skilehrerverbände in Österreich, die alle nach dem selben Lehrplan ausbilden", erklärt Krabath: "Deshalb ist unsere Ausbildung auch weltweit anerkannt und unsere Skilehrer werden mit offenen Armen in Nordamerika, aber auch in Neuseeland aufgenommen." Deshalb hat sich auch Eva aus Slowenien für die Ausbildung zur Skilehrerin entschieden: "Ich möchte nach der Ausbildung in die Schweiz gehen, dort tagsüber auf der Piste unterrichten und am Abend als Masseurin und Physiotherapeutin arbeiten."

Eine große Herausforderung für Skilehrer ist die Internationalität. Krabath: "Wer mehr Sprachen spricht, der findet sofort einen Job!" Trotzdem ist der Skilehrer-Beruf nicht für jeden geeignet. Krabath: "Wir müssen immer wieder welche heimschicken, aber dafür ist unser Level auch wirklich sehr hoch."

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