Nach Militärübung

Nordkorea warnt: “USA betteln um Atomkrieg”

Ausland
04.12.2017 10:02

Dass südkoreanische und US-Streitkräfte am Montag ihre bisher größte Luftwaffenübung begonnen haben (siehe Video oben), stößt dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un sauer auf. Noch vor Beginn der Operation hieß es aus Nordkorea, man plane die Zerstörung des politisch isolierten Landes. Das Außenministerium beschuldigte die USA, "um einen Atomkrieg zu betteln". Der republikanische US-Senator Lindsey Graham empfahl aufgrund der zunehmenden Zuspitzung des Konflikts, Familienmitglieder des Militärs aus Südkorea abzuziehen.

An dem fünftägigen Manöver "Vigilant Ace" (wachsames Ass), das bis Freitag stattfindet, sollen nach Militärangaben mehr als 230 Kampfflugzeuge einschließlich F-35-Tarnkappenjets der USA sowie etwa 12.000 Soldaten teilnehmen. Die Übung soll die "Bereitschaft" der beiden verbündeten Länder stärken.

(Bild: KCNA via KNS, stock.adobe.com, krone.at-Grafik)
Der US Air Force F-22 Raptor mit Tarnkappeneigenschaften wird bei der Übung eingesetzt. (Bild: AP)
Der US Air Force F-22 Raptor mit Tarnkappeneigenschaften wird bei der Übung eingesetzt.
Ein F-15C-Jet der US Air Force hebt bei der großen Übung über Südkorea ab. (Bild: AFP)
Ein F-15C-Jet der US Air Force hebt bei der großen Übung über Südkorea ab.

Nordkorea beäugt die Aktivitäten mit Anspannung: Dessen Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung des Landes warf den USA und Südkorea am Sonntag vor, mit dem gemeinsamen Luftmanöver Nordkorea "komplett zerstören" zu wollen. Nordkoreas Außenministerium hatte am Samstag die US-Regierung beschuldigt, "um einen Atomkrieg zu betteln". Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

Test einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete (Bild: AFP)
Test einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete

Wahrscheinlichkeit eines Kriegs "wächst mit jedem Tag"
US-Senator Lindsey Graham befürchtet eine militärische Zuspitzung in der Konfrontation. "Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken", so Graham im Fernsehsender CBS am Sonntag. Diese Einschätzung teilt er mit Herbert Raymond McMaster, dem Nationalen Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, dessen Ansicht nach die Gefahr eines Kriegs mit Nordkorea mit jedem Tag zunimmt. Er spricht von einem "Wettlauf" der USA: "Uns bleibt nicht mehr viel Zeit", sagte er.

Interkontinentalrakete sorgte für internationale Kritik
Vor wenigen Tagen hatte Nordkorea eine weitere Interkontinentalrakete gestartet, der Test war international scharf kritisiert worden. Das Land erklärte kurz danach, es könne jetzt das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen.

(Bild: AP, Krone.at-Grafik)

China warnt vor Alleingängen gegen Nordkorea 
China mahnt indes zu einer geschlossenen Haltung gegenüber Nordkorea. Seine Regierung sei offen für verschiedene Lösungen, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Montag, aber alle Beteiligten sollten sich abstimmen. Es sei bedauerlich, dass die Spannungen nach einer vergleichsweise ruhigen Phase zuletzt wieder zugenommen hätten.

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