Mo, 25. Juni 2018

Menschen verletzt

19.09.2017 08:43

Hunde bissen mehrfach zu: Tiroler vor Gericht

Absolut verantwortungslos - anders kann man das Verhalten eines Tiroler Almpächters nicht bezeichnen. Trotz eines Maulkorbzwangs, den der 47-Jährige für seine Hunde von der Gemeinde auferlegt bekam, verzichtete er darauf. Seine "Serientäter" bissen wieder zu - gestern saß der Hundehalter vor dem Richter.

Dass seine beiden Hunde nicht zu den friedlichsten Vierbeinern gehören, wusste der 47-Jährige. Nach einem Vorfall hatte die Gemeinde einen Maulkorbzwang erlassen. Ohne diesen Beißschutz durften die Tiere - selbstverständlich auch nur angeleint - nicht unterwegs sein. Waren es aber.

Mutter wusste nichts von Maulkorbpflicht
Am 6. Mai ging die Mutter (67) des Almpächters mit den Hunden spazieren, und da biss einer der beiden einen Mann. Weil die 67-Jährige nichts von der Maulkorbpflicht wusste, kam sie außergerichtlich davon.

Angriff auf Spaziergängerin
Mitte Juni schlug der "Serientäter" erneut zu. Dieses Mal erwischte es eine Frau, die den aggressiven Tieren bei einem Spaziergang zu nahe kam. "Plötzlich und aus heiterem Himmel bissen sie zu", sagte die 60-Jährige gestern am Innsbrucker Gericht. "Die Kraft war enorm. Ich werde die Bilder nicht mehr los. Und ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich ohne langärmelige Kleidung unterwegs gewesen wäre. Oder wenn ein Kind angefallen worden wäre?" Die 60-Jährige erlitt tiefe Bisswunden an den Unterarmen.

Tier eingeschläfert  Halter angezeigt
Die Tiere wurden nach der Attacke eingeschläfert, das Herrchen musste wegen fahrlässiger Körperverletzung vor den Richter. Ihm tue die Sache zutiefst leid, "ich bin so traurig, dass das passiert ist". Um ein Gutachten bezüglich der Verletzung der Frau einzuholen, wurde der Prozess vertagt.

Stefan Ruef, Kronen Zeitung

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