So, 24. Juni 2018

In der Slowakei

12.09.2017 13:21

Schiri-Mörder Scurko steht wieder auf dem Eis

Unfassbare Geschichte aus unserem Nachbarland der Slowakei. Ladislav Scurko galt als eines der größten Eishockey-Talente des Landes. Doch dann tötet er in einem Streit den Schiedsrichter Marek Liptaj. Er wird verurteilt und kommt ins Gefängnis. Jetzt hat er sein Comeback in der höchsten Spielklasse gefeiert.

Mit 19 Stichen in den Brustbereich soll Scurko den Schiedsrichter Liptaj, der auch sein Mitbewohner war, erstochen haben. Auslöser dafür war ein heftiger Streit. Liptaj hatte sich durch die Lüge, dass er an Krebs erkrankt sei, das Mitleid des ehemaligen Junioren-Teamspielers der Slowakei erschlichen. Deshalb ließ Scurko ihn bei sich wohnen.

Als Scurko der Krebs-Lüge auf die Schliche kam, konfrontierte er seinen Mitbewohner. Der Streit eskalierte. Zudem soll sich Liptaj eine größere Summe Geld sich von Scurko geliehen haben. Diese hätte der Offizielle jedoch niemals zurückzahlen können.

Große Nachwuchshoffnung
Scurko gilt zu dieser Zeit als eine der heißesten Aktien im slowakischen Eishockey. 2004 ist er einer der NHL-Drafts (von Philadelphia). Zum Zeitpunkt des Verbrechens, im Jahr 2008, spielt Ladislav Scurko in der slowakischen Liga bei Kosice. Mit seinem Team feiert er Anfang 2009 die Meisterschaft.

Anschließend, im April 2009 wird er verhaftet. Der Vorwurf lautet Mord. Der damals 23-Jährige gesteht die Tat zunächst, widerruft dann jedoch sein Geständnis. Er sei alkoholisiert gewesen und zudem unter Druck gesetzt worden.

Langer Prozess
Ganze zwei Jahre sitzt Scurko in Untersuchungshaft. Dann wird er in einer Verhandlung freigesprochen. Bei einem neuen Prozess, im Jahr 2012 wird er schließlich zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wird dann auf fünf Jahre reduziert. Von der Staatsanwaltschaft gab es die Forderung nach 15 Jahren.

Bereits im Dezember 2015 wurde Scurko frühzeitig aus der Haft entlassen. Nach drei Jahren und neun Monaten.

Neuanfang
Nachdem er in unteren Ligen wieder auf dem Eis stand, kehrte der ehemalige Junioren-Teamspieler nun in die höchste Spielklasse zurück. Für Aufsteiger Detva stand er bei den Spielen gegen seinen Ex-Klub Kosice und gegen Nove Zamky auf dem Platz. Zwar verliert Detva beide Partien aber die Rückkehr ins Oberhaus ist Scurko geglückt.

"Die ersten drei Monate der Haft waren am schwierigsten. Das Leben wird auf den Kopf gestellt, man muss sich an alles gewöhnen, die Zelle, den Tagesablauf", so Scurko gegenüber slowakischen Medien.

krone Sport
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