05.12.2006 15:35 |

Zu "schnell" geblitzt

Ein Tag Haft wegen 1 km/h

Keine Gnade für Salzburger Autofahrer in Liechtenstein. Weil er die Geschwindigkeit im Fürstentum um gerade einmal 1 km/h überschritten hat, wird einem 64-jährigen Pensionisten ein Haftbefehl angedroht: Er soll für einen Tag ins Gefängnis.

"Ich werde sicher nicht zahlen. Vielleicht mache ich mir sogar den Spaß und setze mich dort einen Tag ins Gefängnis", sagt Alfred R. aus Hallwang und schüttelt den Kopf. "Denn wegen so einer Übertretung, das grenzt eher an einen Faschingsscherz..."

Was den 64-jährigen Pensionisten so in Rage bringt? Am 3. August 2005 war er unterwegs nach Italien. "Wir hatten Zeit, also fuhren wir über Liechtenstein", erzählt er. Im Fürstentum wurde er im kleinen Örtchen Schaanwald geblitzt. Statt der erlaubten 50 fuhr R. Tempo 56.

Abzüglich der Messtoleranz von fünf km/h "wurde die Höchstgeschwindigkeit um 1 km/h überschritten", hieß es in jener Strafverfügung, die dem pensionierten Polizisten ein ganzes Jahr später ins Haus flatterte.

R. zahlte den Betrag von 20 Schweizer Franken (13 Euro) aber nicht. Auch als 14 Tage später die Mahnung kam und sich die Strafe auf 50 Franken (32 Euro) erhöhte, reagierte er nicht. "Das ist Geldmacherei!"

Anfang November machte die Liechtensteiner Exekutive ernst. "Ich bekam die Aufforderung zum Strafantritt. Einen ganzen Tag für 1 km/h. Lächerlich", ärgert sich R. "Sollte die Freiheitsstrafe nicht fristgerecht binnen vier Wochen oder die Geldbusse nicht bezahlt werden, kann auch Haftbefehl erlassen werden", heißt es in dem Schreiben. "Darauf lege ich es an", bleibt der Autofahrer konsequent.

Max Grill, Kronen Zeitung

Freitag, 07. Mai 2021
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