So, 24. Juni 2018

In unseren Gärten

27.07.2017 08:02

Insekten-Experte über das große Krabbeln

Der Sommer bringt nicht nur Sonnenschein und Urlaubslaune mit sich, sondern auch viele kleine Tierchen, die die gute Laune oft schnell vertreiben. Welchen Kriechtieren man im Moment begegnet und wie man mit ihnen umgeht? Das erfragte die "Krone" im Biologiezentrum Linz beim Biologen Martin Schwarz.

Alles krabbelt, kriecht und fliegt wieder wenn es wärmer ist. Da wird das nette Beisammensitzen im Freien oft von Wespen gestört, Fliegen freuen sich genauso über Speisen und Getränke und Gelsen feiern bei diesem Wetter sowieso Hochsaison. Doch was draußen ist, sucht auch oft im Gebäudeinneren Zuflucht. Um dann ein Massaker zu umgehen, lautet hier die Devise: Vorsorge ist besser als Nachsorge! Und gelöst wird dieses Problem einfach mit Fliegengittern im Fenster.

"Gerüche und Bierfallen weg von Menschen platzieren!"
Auch für den Esstisch im Freien gibt's schon viele Helferlein, die das Essen und Getränke etwa vor Wespen schützen. Hier kann man auch mit intensiven Gerüchen wie Lavendel, Basilikum, Nelke oder Weihrauch arbeiten. Der Biologe Martin Schwarz warnt aber: "Diese Gerüche oder auch Bierfallen sollten nicht dort platziert werden, wo man sich gerade aufhält, sondern weiter abseits. Außerdem ist es ein Irrglaube, dass man die Wespen damit endgültig zum Flüchten bringt. Man übertüncht damit nur die Gerüche der verlockenden Speisen. Achtsamkeit ist trotzdem weiterhin gefragt!"

Der Biologe erklärt auch, warum es im Sommer so viele Insekten gibt: "Je mehr Feinde, desto mehr Nachkommen, damit auch genug Insekten übrig bleiben" - siehe auch das untenstehende Interview. Damit sie nicht auch noch den Mensch als Feind haben, sollte man das große Krabbeln im Garten zulassen und eigene Lebensräume bieten. Weitere Infos dazu in den Kästen rechts.

"Mensch greift in Lebensraum ein!"
Im Linzer Biologiezentrum beschäftigt sich Martin Schwarz mit Insektenkunde und erklärt, wie man der sinkenden Insektenanzahl entgegenwirken kann.

"Krone": Welcher Insektenart spielt das Wetter derzeit besonders in die Hände?
Martin Schwarz: Klar den Wespen! Heuer ist ihr Vorkommen überdurchschnittlich hoch. Allgemein war die Trockenheit für die Insekten nicht das Beste. Gegen Ende des Sommers können wir aber noch einiges erwarten.

"Krone": Also soll uns weiterhin nur das Bienensterben beschäftigen? Andere Arten sind nicht bedroht?
Schwarz: Doch, die Insektenanzahl hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Obwohl man eigentlich sagen kann: Je mehr Feinde, desto mehr Nachkommen bei den Insekten. Aber der Feind Mensch hat inzwischen zu sehr in die Lebensräume der Tiere eingegriffen.

"Krone": Wie kann man die Insekten denn unterstützen?
Schwarz: Indem man ihnen im eigenen Garten entsprechende Lebensräume bietet, in denen sie genug Nahrung finden. Ein reichhaltiges Blütenangebot etwa ist dabei von Vorteil.

K. Singer, Kronen Zeitung

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