Do, 20. September 2018

In der Steiermark:

30.06.2017 15:18

Das Schneidern ist wieder in Mode

Als aussterbendes Handwerk wurde die Schneiderei oft bezeichnet. Man könne mit Bekleidungskonzernen nicht mithalten, so das Argument. In der Steiermark ist die Zahl der Modemacher seit 2012 aber wieder deutlich gestiegen. In Scheifling etwa hat ein findiges Duo das Label "Scheinheilig" gegründet.

Carmen Kaiser und Christoph Findig aus Scheifling haben den Schritt gewagt und ein Modelabel gestartet. "Scheinheilig" haben sie es genannt: "Die Modeindustrie ist der zweitgrößte Umweltverschmutzer. Wir wollten dem eine ethisch korrekte Kleidung entgegen setzen", erklärt Kaiser den Schritt in die Selbstständigkeit.

Neue Impulse
Sie zählt zu einer neuen Generation von steirischen Modemachern, die mit der zur Stardesignerin gereiften Lena Hoschek ihren Anfang genommen hat. Sie haben neue Impulse in ein Handwerk eingebracht, dem - im Angesicht riesiger Modekonzerne - immer wieder der Tod vorausgesagt wurde. "Das ist absolut kein sterbender Beruf", sagt Anneliese Ringhofer, Maßschneiderin aus Hartberg und stellvertretende Innungsmeisterin. Waren es 2012 noch 361 aktive Berechtigungen, die die Wirtschaftskammer im Bekleidungsgewerbe verzeichnen konnte, so ist die Zahl auf aktuell 436 gestiegen. "Es haben zwar nicht alle realistische Vorstellungen, aber dass es viele wieder versuchen wollen, zeugt von einer Trendwende."

Nachfrage steigt
Zu bemerken ist diese Wende auch bei der Nachfrage. Ringhofer: "Bei großen Konzernen und auch teuren Marken lassen Stoffqualität und Verarbeitung immer mehr nach. Kunden suchen nach Alternativen, die individuell und hochwertig sind, und sind bereit, dafür auch den Preis zu zahlen." Stichworte wie Nachhaltigkeit und Regionalität zählen auch beim Kleidungskauf.

Qualität gefragt
"Unser Leinen kommt aus dem Mühlviertel, die Knöpfe werden in Murau handgedrechselt, die Nähseide ist aus Baumwolle, nicht Polyester, und die Verarbeitung ist reine Handarbeit", beschreibt Kaiser. Und auch Kunden zu finden ist heute leichter: "Wir vertreiben vor allem über das Internet", sagt Kaiser. Aber auch heimische Boutiquen nehmen steirische Kleidermacher vermehrt in ihr Sortiment auf. Und so dürfte die Zahl der Kleidermacher auch in Zukunft weiter steigen.

Die Kleidung von "Scheinheilig" gibt es in der Boutique "Augenstern" in Weißkirchen und online

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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