Do, 18. Oktober 2018

Graz-Karlau:

11.05.2017 15:03

Verurteilter Mörder steckte Zelle in Brand

Seit 2008 ist der Kärntner in Haft. Als 19-Jähriger hat er einen Mann wegen einer Zigarette zu Tode geprügelt. "Er hat auf den Kopf wie auf einen Fußball eingetreten", hieß es damals vor Gericht. Gestern ging es in Graz "nur" um eine brennende Matratze.

Ein Handtuch hatte der verurteilte Mörder - er sitzt insgesamt 14 Jahre ab - in seiner Zelle in der Justizanstalt Graz-Karlau angezündet und auf die Matratze geworfen. Warum? Weil er fand, dass er zu Unrecht in Einzelhaft war.

"Es gab in meiner Drei-Mann-Zelle einen Raufhandel. Ich bekam eine Ohrfeige ab und hab mich dann nur verteidigt." Außerdem war seine Beziehung gerade zu Ende gegangen. "Da ist einfach so viel zusammengekommen und ich wollte nicht mehr leben. Deswegen hab ich auch Glasscherben geschluckt."

Justizwachebeamter leidet seither unter Anpassungsstörung
Der einzige, der durch den Zwischenfall allerdings Schäden davontrug, ist der Justizwachebeamte, der das Feuer entdeckte. Er leidet laut Gutachten seitdem an einer Anpassungsstörung und ist im Krankenstand. "Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, Herr Rat", so der 27-Jährige kopfschüttelnd zu Richter Stefan Koller.

Macht nix. Verurteilt wurde er deshalb trotzdem. Und zwar zu 14 Monaten (in Verbindung mit einer vorherigen Verurteilung wegen Sachbeschädigung). Und weil sich der Kärntner schon so gut auskennt vor Gericht, nahm er das Urteil auch gleich an.

Eva Stockner, Kronen Zeitung

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