25.04.2017 07:10 |

2 Häftlinge getötet

"Fließband-Hinrichtungen" in Arkansas gehen weiter

Ungeachtet der Kritik an ihren geplanten "Fließband-Hinrichtungen" haben die Behörden im US-Bundesstaat Arkansas am Montag zwei weitere Häftlinge exekutiert. Die beiden in den 90er-Jahren wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Männer Jack Jones und Marcel Williams seien durch die Giftspritze getötet worden, teilte die Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge mit.

Versuche, in letzter Minute einen gerichtlichen Aufschub zu bekommen, waren zuvor gescheitert. Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet.

Vier der geplanten Exekutionen wurden aber inzwischen von Gerichten gestoppt. Ein erster Häftling war vergangene Woche per Giftspritze getötet worden, die letzte Hinrichtung ist für den 27. April geplant.

Weltweite Proteste gegen Hinrichtungen
Das Vorhaben der Behörden in Arkansas sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den Bundesstaat auf, die "Fließband-Hinrichtungen" zu stoppen. Bei den Fällen der Todeskandidaten gebe es zahlreiche rechtliche Bedenken. Auch die Europäische Union protestierte gegen die geplanten Exekutionen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Midazolam wird bereits seit Langem kritisiert, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.

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