24.04.2017 07:22 |

"Tierecke" vor Ort

Das unfassbare Leid der "Gallenbären" Vietnams

Etwa 1400 Schwarz- und Malaienbären vegetieren in Vietnam unter grausamsten Haltungsbedingungen vor sich hin. Meist als Jungtiere in der Wildnis eingefangen, fristen sie in winzigen Käfigen, ohne ausreichend Nahrung und Wasser ein trauriges Dasein zu nur einem Zweck: Täglich wird ihnen Gallensaft abgezapft, um diesen für die traditionelle chinesische Medizin zu verarbeiten. Die "Krone Tierecke" ist derzeit mit der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" vor Ort, um diesem Leid endlich ein Ende zu setzen.

Einmal täglich werden die "Gallenbären" aus ihren winzigen, verdreckten Käfigen gezerrt. Das Tageslicht sehen sie selten, manche nie. Auch der Zugang zu Wasser und Futter bleibt vielen der etwa 1400 Tiere verwehrt, sie zeigen sich apathisch und leiden unter Mangelernährung. Es folgt eine unprofessionelle, oft unzureichende Betäubung, bevor die Gallenblase per Ultraschall oder durch eine "blinde Punktion" mit einer Nadel lokalisiert wird. Anschließend zapfen die Farmer den Gallensaft ab - vielen Bären merkt man die Angst und die Schmerzen an.

"Diese Bären sind mehr tot als lebendig"
Durch die unhygienischen Bedingungen entstehen bei vielen Tieren massive Infektionen, manchen von ihnen fehlen sogar Gliedmaßen. Sie ahnen nicht, dass ihre Galle in Ländern wie China, Japan, Korea, Vietnam, Malaysia und Taiwan als beliebter Wirkstoff in der traditionellen chinesischen Medizin sowie in Kosmetikprodulten gilt. Dabei ist schon längst ein künstlicher Ersatz auf dem Markt - doch man beruft sich lieber auf Tradition. "Diese Bären sind mehr tot als lebendig - andere Spezies würden so viel Grausamkeit gar nicht überleben", so Kieran Harkin, Head of Wild Animal Campaigns bei den "Vier Pfoten".

Dabei sind die grausame Herstellung von Bärengalle und das Halten von Bären auf Farmen zum Zweck der Galleproduktion in Vietnam bereits seit 1992 illegal. Mit 2005 wurde es den Farmern zudem verboten, neue Tiere aufzunehmen; die verbliebenen Tiere müssen sie entweder weiter halten und versorgen oder abgeben. Die private Haltung von Bären ist also immer noch erlaubt und eine entscheidende Gesetzeslücke, denn der Schwarzmarkt für Bärengalle boomt und viele Farmer "melken" ihre Tiere weiterhin illegal.

"Krone Tierecke" vor Ort in Vietnam
Um möglichst viele der Vierbeiner befreien zu können, lässt die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" derzeit ein Schutzzentrum im Norden Vietnams bauen. Bereits im Juni könnten die ersten "Gallenbären" dort einziehen, insgesamt sollen 100 Tiere dort unterkommen und ihren grausamen Lebensumständen auf den Farmen für immer entfliehen. Die "Krone Tierecke" begleitet ein "Vier Pfoten"-Team nach Vietnam, um sich ein genaues Bild über das Leid der "Gallenbären" zu machen - lesen Sie dazu in den kommenden Tagen mehr auf www.krone.at/tiereckeund unserer Facebook-Seite.

Denise Zöhrer
Denise Zöhrer

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