17.04.2017 22:40 |

"Krone" KULTOUR

Auf Expedition mit dem Geologen

In Kirkebys vielfältigem Werk hinterlässt die Natur ihre Spuren: Ein Maler, Forscher, Bildhauer und Poet in der Galerie Thomas Salis.

Per Kirkeby ist einer der vielfältigsten dänischen Gegenwartskünstler. Er ist Maler, Bildhauer, Schriftsteller, gestaltete mit Joseph Beuys und Nam June Paik Happenings, und ließ sich als Filmemacher von Andy Warhol inspirieren. Aber auch wenn sich Kirkeby im Laufe seines Schaffens den verschiedensten Entwicklungen der Kunstgeschichte zuwandte, die Natur ist bei all seinen Werken die motivische Grundkonstante. Seine abstrakten Kompositionen erinnern oftmals an Felsen, Schluchten oder Wasserfälle. Klar, so führte ihn sein Weg zur Kunst doch über die Naturwissenschaft!

Er ließ seine Erfahrungen als Geologe und prägenden Eindrücke von Expeditionen nach Grönland oder in die Arktis in sein künstlerisches Schaffen stets einfließen. Während er in den 60ern zunächst noch Künstlerbücher und -plakate, Comicentwürfe, Briefumschläge und Polit-Collagen in Popart-Manier gestaltete, verwandelte sich in seinen großformatigen Ölgemälden das Gegenständliche zunehmends ins Abstrakte. In den 70ern und 80ern entstanden auch Backsteinmonumente wie z.B. sein "Huset" (das Haus) oder der Bremer Verkehrsturm, in denen er die Grenzen zwischen Skulptur und Architektur auflöst.

Seinen Bronzegüssen und Masonitbilder (benannt nach dem Malgrund Masonit, einer speziell gefertigten Holzfaserplatte) widmet sich nun die Galerie Salis. In der Ausstellung "Nach innen ist auch nach außen" lässt sich besonders gut erkennen, welch gewichtige Rolle die Natur in seinem Oeuvre spielt. Die sechs Bronzegüsse erinnern auf den ersten Blick an Köpfe, auf denen sich Nase, Mund und Augen abzeichnen. Gleichzeitig ähneln sie aber auch von der Natur geprägten Felsformationen.

Auch bei den großformatigen Gemälden entdeckt man in den mehrfach aufgetragenen Farbschichten den Geologen. Man glaubt Landschaften und Wälder wahrzunehmen, dennoch rätselt man ständig: Sind es Naturphänomene oder doch Abstraktionen?

Kirkeby, der mehrfach an der Kasseler Documenta und an diversen Biennalen in Venedig und São Paulo teilnahm, hat im übrigen auch einen Bezug zu Salzburg. "Er wurde 2003 mit dem Herbert Boeckl -Preis ausgezeichnet und unterrichtete 1983 und 84 an der Sommerakademie. Zu dieser Zeit widmete ihm auch Thaddaeus Ropac, damals noch in seiner Galerie in der Kaigasse, eine Ausstellung", so Salis, der Kirkeby in seiner Galerie am Mozartplatz neben Meisterwerken der Klassischen Moderne von Matisse bis Dix noch bis Pfingsten zeigt.

Tina Laske, Kronen Zeitung

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