15.04.2017 13:17 |

Große Reform

Das sind die Pläne für die steirischen Spitäler

Die steirische Gesundheitsreform nimmt immer klarere Konturen an: Schladming, Bad Aussee und Rottenmann stehen nicht mehr auf der Krankenhaus-Landkarte, es kommt ein zentraler Standort im Bezirk Liezen - eine private Gesellschaft könnte Errichter sein. Das LKH Hartberg dürfte bleiben, gut zwei Dutzend Gesundheitszentren sind geplant.

Unbestreitbar, es ist das größte Reformprojekt der laufenden Regierungsperiode: die Umsetzung des steirischen Gesundheitsplanes. Erstmals wird da nicht gegackert, bevor das Ei gelegt ist - so erklärt sich auch, dass es in den vergangenen Monaten in Sachen Info ein bissl ruhig gewesen ist. "Inoffiziell" hat dem zuständigen Landesrat, Christopher Drexler, trotzdem ein paar sehr besondere Details entlocken können.

Die Köpfe der Reform, Harald Gaugg und die beiden Chefs des "Gesundheitsfonds", Michael Koren und Bernd Leinich, würden ganze Arbeit leisten, intensiv am nächsten Detaillierungsgrad, der da sperrig "Regionaler Strukturplan Gesundheit 2025" heißt, werken. Und der wird es in sich haben, so viel ist schon durchgesickert

Drei Spitäler im Bezirk Liezen vor Aus
Alsdann, was? Fix ist, dass es im Ennstal künftig ein Leitspital an einem Standort geben wird. Heißt: Bad Aussee, Rottenmann, Schladming werden auf der neuen Spitalslandkarte nicht mehr zu finden sein. "Aber", relativiert Drexler, "wir sind bestrebt, die Häuser als Gesundheits- oder Fachärztezentren weiter zu nutzen."

Und wer soll das neue Leitspital errichten, führen, finanzieren? Völlig offen! "Ich bin sowohl mit der KAGes als auch der Diakonie in guten Gesprächen!" Und in Sachen Geld gebe es Ideen bis hin zu einer Beteiligung durch eine private Errichtungsgesellschaft. Weil das Land selbst wird auf Grund der angespannten Budgetsituation es nicht schaffen, ein paar hundert Millionen zu investieren.

Schließung von Hartberg "schwierig"
Aufregung auch in der Oststeiermark. Da geht’s um den Standort Hartberg. Weil im - nur 20 Kilometer von der Landesgrenze entfernten - burgenländischen Oberwart das Spital neu gebaut wird, hat man laut über eine gemeinsame Nutzung nachgedacht. Gerade in der Karwoche haben auf Beamtenebene Gespräche stattgefunden. Aber, es wird nichts so heiß gegessen wie gekocht. Dass Landesgrenzen in Zeiten, in denen man Forderungen wie "Ein Österreich - eine Gesetzgebung" erhebt, quasi als Demarkationslinien gelten, sei zwar unzeitgemäß, "Hartberg aufzulassen wird aber schwierig"

In der Süd-, West- und Oststeiermark haben mittlerweile die Spitalsverbünde Deutschlandsberg-Voitsberg sowie Wagna-Radkersburg ihre Arbeit aufgenommen. In der Region Obersteiermark-West (Bezirke Murau und Murtal) gehen die Gespräche über den Verbund zwischen den Standorten Judenburg, Knittelfeld und Stolzalpe in die finale Phase.

Weitere Gesundheitszentren geplant
Und wo entstehen die ersten Gesundheitszentren, a la Vorreiter-Stadt Mariazell? Drexler streut Rosen: "Der unermüdliche Bürgermeister Manfred Seebacher und der engagierte, für Neues offenen Arzt Patrick Killmaier haben positive Erfahrung gesammelt, Eisenerz ist als nächstes dran." Es gebe mittlerweile zahlreiche Ortschefs, die den Wunsch nach Gesundheitszentren deponiert haben.

Ganz konkret sei man derzeit mit Murau, Vorau, Graz-Liebenau oder auch Birkfeld in guten Gesprächen. Netzwerkvarianten sind für Hartberg sowie die Region Thörl-Aflenz-Turnau in Planung. Es sei ihm aber wichtig, dass die Gesundheitszentren nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum klassischen Hausarzt entstehen, und zwar dort, wo im wahrsten Sinne des Wortes Not am Mann/an der Frau ist. Ziel: bis 2025 gut zwei Dutzend solcher Einrichtungen verteilt auf die Steiermark.

Die Zusammenarbeit und Flexibilität, die GKK-Obfrau Verena Nussbaum hier entwickelt habe, sei "bemerkenswert". Sie wolle Modelle und Konstrukte (Gruppenpraxen, Netzwerkstrukturen, etc.) auf die Beine stellen und testen.

Landesrat Drexler optimistisch
Wenngleich die neuen Strukturen von der Ärzteschaft noch immer sehr kritisch gesehen werden,
ist Drexler - nicht zuletzt aufgrund der außerordentlich guten Gesprächsbasis mit dem alten und neuen Präsidenten der Ärztekammer Steiermark, Herwig Lindner - optimistisch, dass es gelingen wird, diese ins Boot zu holen. Na dann.

Gerhard Felbinger, Kronen Zeitung

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