03.04.2017 09:30 |

Grausame Schicksale

Besuch im "Schutzengeldorf der behinderten Katzen"

Verdient so einer die Bezeichnung "Mensch" noch? Wenn er es schafft, einem winzigen, hilflosen Fellknäuel mit grad mal 40 Deka die Augen aufzuzwängen? Und Säure hineinzuschütten? Die Schmerzen für das Tierbaby müssen unerträglich gewesen sein, als die Flüssigkeit die Augen regelrecht herausätzte, die Haut verbrannte. Sein Schreien furchtbar.

Die Steirerin Renate Riedel macht sich nicht mehr mit Gedanken über das "Warum" fertig - ihre Berufung ist es, den Opfern zu helfen. Kater "Johannes" zum Beispiel, der sich nur auf einem Stummel von Oberschenkel fortbewegen kann, weil ihm dort das Bein runtergehackt worden ist. Katze "Circe", deren Becken mehrfach gebrochen war, "einer wollte sie umbringen, das ist ihm aber trotz aller Gewalt nicht gelungen".

Grausame Bilder, die man nie vergisst
"Schnurli" schleppte sich - die Fotos haben wir gesehen und kriegen sie nie mehr aus dem Kopf - buchstäblich nur auf den Knochen herum, Haut und Fleisch waren von den Knochen "gesäbelt". Ein Auge von "Peter Pan" ist durch die Säureattacke herausgequollen, auf dem zweiten sieht er nicht gut. Seine beiden Schwestern sind durch die Säure blind, die Augen wurden weggeätzt; eine hatte auch noch eine Stichwunde. Das hat jemand Babykatzen angetan. In der Steiermark, nicht irgendwo im Ausland. Man geniert sich in Grund und Boden, so beschämend ist das.

Schweinestall zum Katzenparadies umgebaut
Renate Riedel schaut nach vor, nicht zurück. Durch ihren Partner Tierarzt Dr. Bernhard Kaiser sind nach und nach mehr behinderte, kranke, abgeschobene Katzen bei ihr gelandet. Einen ehemaligen Schweinestall hat sie in Folge in Kalsdorf zum "Schutzengeldorf der behinderten Katzen" umgebaut. Mit viel Aufwand. Jede freie Minute steckt da drin. Jeder eigene Cent und jeder geliehene.

Die meisten Katzen fürchten den Menschen
Mit einer Mission: Den Katzen, die so viel aus Menschenhand erlitten haben, zu zeigen, dass eine solche auch streicheln kann. Und auch, um dafür zu sorgen, dass ihnen nie mehr etwas passiert. Nur wenige kann sie in liebevolle Dauerplätze weitergeben; viele ihrer 23 Schützlinge fürchten den Menschen panisch…

Jede Hilfe wird gebraucht!
Die Steirerin, die mit der Martin Rütter-Methode vertraut ist und Hundetraining anbietet (Informationen dazu unter Tel.: 03135/527 54), kämpft mit den erdrückenden Sorgen, die allen hochengagierten Tierschützern schlaflose Nächte beschert: Geldmangel. Wer helfen kann: Schutzengeldorf der behinderten Katzen, IBAN: AT39 6000 0803 1017 9837. Weitere Informationen unter: www.schutzengeldorf.at.

Christa Blümel, Kronen Zeitung

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