16.03.2017 13:01

Handball-Idol

Nach Knie-Drama: Szilagyi denkt über Zukunft nach

"Ich bin nicht so romantisch zu glauben, dass man eine Sache ein Leben lang macht!" Handball-Idol Viktor Szilagyi hinterfragt nach dem abrupten Karriereende infolge der schweren Verletzung seine eigene Zukunft.

Kreuzband- und Innenband gerissen, Schienbeinkopf gebrochen - am 15. Februar knickte im deutschen Bundesligaspiel die außergewöhnliche Karriere von Viktor Szilagyi ein. Ausgerechnet im Rahmen eines 30:29-Sensationssieg bei den Füchsen Berlin, der dem Bergischen HC zumindest wieder einen Funken Hoffnung im Abstiegskampf injizierte. Österreichs Handball-Aushängeschild des letzten Jahrzehnts, der seine Laufbahn eigentlich schon ad acta gelegt hatte, war durch einen Schnalzer mit dem abrupten Ende konfrontiert.

Megamühsam
"Die ersten zwei Wochen waren megamühsam", erzählt der langjährige Teamkapitän, der 2016 mit dem WM-Play-off-Highlight gegen Dänemark einen Schlussstrich unter die 18-jährige (!) Nationalmannschafts-Ära gezogen hatte, rund einen Monat nach dem Unglück. "Zwei Wochen brauche ich noch die Krücken!" Genau dieser Umstand macht am meisten zu schaffen. "Ich kann nicht mit dem Auto fahren, bin immer auf andere angewiesen, wenn ich irgendwo hin muss!" Sein lädiertes Knie darf er inzwischen mit wenigstens zwei Kilo belasten.

Szilagyi, der derzeit viel von daheim in Wuppertal arbeitet, hat gerade viel Zeit, um seine persönliche Zukunft zu hinterfragen. "Mache ich jetzt die Trainerprüfung, fehlt mir die tägliche Arbeit", sinniert Viktor. Es gäbe in diesem Bereich ein, zwei Interessenten. "Ich bin nicht so romantisch zu glauben, dass man eine Sache ein Leben lang macht!"

Grundsätzlich läuft der Vertrag als sportlicher Leiter noch weiter beim Bergischen HC, der nach drei Siegen in Serie den schon fast verspielten Klassenerhalt in der besten Liga der Welt zumindest wieder in Betracht ziehen darf.

Kreisläufer gesucht
"In der Kaderplanung für nächste Saison sind wir schon sehr weit, wir suchen nur noch einen Kreisläufer!" Auch diesbezüglich gibt es für den sportlichen Leiter, der im Sommer seine zwei Landsleute Max (Gummersbach) und Alex Hermann (Wetzlar) ziehen lassen muss, nicht viel zu tun. Dass die großartigste Spieler-Laufbahn im österreichischen Handballsport nun endgültig beendet ist, steht auch für den fünffachen Europacupsieger, der im September bereits 39 Jahre alt wird, außer Frage. Fraglich ist, ob eine Operation notwendig wird. "Das wird sich in den nächsten zwei Wochen entschieden!" Die Reha sei jedenfalls für den Alltag aufgebaut. Denn spätestens jetzt weiß auch er, dass es ein Leben nach dem aktiven Handballsport geben muss…

Christian Pollak, Kronen Zeitung

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