14.02.2017 16:39 |

Falkenstein

Kleine Schule kämpft gegen die Schließung

Die Semesterferien nahen. Sind es die letzten in der Volksschule Falkenstein? Gemeinsam mit sieben weiteren steirischen Kleinschulen soll sie geschlossen werden, so der Plan der Landesregierung. Noch läuft das Behördenverfahren, und in Falkenstein denkt man gar nicht daran, kampflos aufzugeben. Die "Steirerkrone" hat die etwas entlegene Schule in der Gemeinde Fischbach (Bezirk Weiz) besucht.

"Kumm mit!" Der achtjährige Raphael darf dem Gast das Haus zeigen, der Stolz ist groß. Da ist der Turnsaal, dort die Garderobe, hier die Leseecke. "Und das ist mein Bruder", führt er zu einem Buben im Rollstuhl. Raphael hat selbst besonderen Förderbedarf, umso mehr freut ihn das Lob am Ende des Rundgangs.

Ein Schuldirektor mit Emotionen
Neben Raphael besuchen derzeit nur 16 weitere Kinder die Volksschule Falkenstein. Zu wenig aus Sicht des Landes, die magische Grenze von 20 wurde verfehlt, ein Schließungsverfahren eingeleitet. Ein Umstand, der Direktor Herwig Panhofer sehr emotional werden lässt: "Es geht ihnen nicht um die Kinder und um die Qualität!"

Leidenschaftlich verteidigt er seine "Schule im Aufbruch", wie er sie häufig bezeichnet. Schon lange wird mit reformpädagogischen Ansätzen gearbeitet. Panhofer: "Wir versuchen von Anfang an die Stärken der Kinder herauszukitzeln."

Präsident Max und viel Händeschütteln
Er muss das Gespräch unterbrechen, es ist Zeit für den Klassenrat. Zwei Mal in der Woche treffen sich alle Schüler und Lehrer. Max ist diese Woche "Präsident", er trägt die guten Mitteilungen der vergangenen Tagen vor, aber auch traurige Nachrichten, also wer nervt oder jemanden getreten hat. Doch hier ist das Forum zum Verzeihen. Die Hand wird ausgestreckt und in allen Fällen auch angenommen.

Zurück geht es in die Klasse. Christina und Evelyn blicken auf fast vier Jahre in der Schule zurück: "Wir haben viele tolle Sachen gemacht, wir waren zum Beispiel in Loipersdorf schwimmen. Ein paar Mal war es aber auch anstrengend." Ab Herbst gehen die beiden Mädchen in die Neue Mittelschule Ratten. Aber was passiert mit ihren jüngeren Kollegen? Müssen sie künftig die mehr als sieben Kilometer entfernte Volksschule Fischbach besuchen?

"Verfahren beruht auf falschen Zahlen"
Die Entscheidung fällt im Frühjahr. Noch lebt die Hoffnung bei Eltern, Lehrern und Kindern vor allem aufgrund einiger Zahlen: Seit 2016 sind Fischbach und Falkenstein ein gemeinsamer Schulsprengel, das heißt für die Eltern der Erstklässler freie Schulwahl. "Wir hatten bereits neun Anmeldungen", berichtet Direktor Panhofer. Damit wäre man ab Herbst über der 20-Schüler-Grenze.

Doch kurz vor dem Einschreibfest am 18. 1. wurde bekannt, dass die Schule geschlossen werden soll. Viele verunsicherte Eltern sprangen ab, nur drei Kinder blieben übrig. "Das Schließungsverfahren beruht auf falschen Zahlen", meint Panhofer, denn die Sprengelzusammenlegung sei unberücksichtigt. Die KP thematisierte das am Dienstag im Landtag, doch SP-Landesrätin Ursula Lackner blieb dabei: "Auf Dauer können beide Schulstandorte (Falkenstein und Fischbach, Anm.) nicht abgesichert werden."

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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