02.02.2017 11:16 |

Neuer Tumorbericht

Lungenkrebs fordert mehr Todesopfer als Brustkrebs

Rechtzeitig zum Welt-Krebstag am 4. Februar liegt der neueste Bericht für das Tiroler Tumorregister vor. Auf den knapp 190 Seiten lassen sich neue Entwicklungen ablesen. Erstmals starben demnach mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs. Signifikante Unterschiede gibt es zwischen Land- und Stadtbevölkerung.

Seit 1988 wird das Tumorregister geführt. "Tirol nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein", verweist Prof. Willi Oberaigner vom Institut für klinische Epidemiologie der Tirol Kliniken auf die Bedeutung der Datensammlung. Oberaigner und seine Kollegen sammeln Zahlen zu 15 Krebsarten und 37.000 Tiroler Patienten. Der aktuelle Bericht betrifft das Jahr 2014. Demnach erkrankten 1695 Frauen und 2063 Männer an einem Karzinom. Erhoben werden auch Langzeitentwicklungen. Dabei fällt Oberaigner sofort eine Besonderheit ein: "2014 starben 132 Frauen an Lungenkrebs. Erstmals ist die Zahl höher als jene der Todesopfer durch Brustkrebs."

Die Ursache ist rasch ausgemacht: die Zahl der Raucherinnen stieg in den vergangenen 20 Jahren stark. Bei keiner anderen Krebsart hängen Ursache und Wirkung so unmittelbar zusammen. 80 bis 85 Prozent der Lungenkrebsfälle sind eindeutig Folge des Rauchens.

"Gesunde" Osttirolerinnen

Das Tumorregister gibt auch Aufschluss darüber, dass im Bezirk Lienz die Zahl aller Krebserkrankungen bei Frauen deutlich (20 %) unter dem Durchschnitt liegt, bei Lungenkrebs sogar um 40 Prozent darunter. In Innsbruck gibt es hingegen deutlich mehr Frauen mit einem Lungenkarzinom.

Auffallend zugenommen haben bei beiden Geschlechtern die Fälle von Schilddrüsenkrebs. Mediziner führen das aber auch auf genauere Diagnosemethoden zurück.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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