Mo, 24. September 2018

Theaterproduktion

28.01.2017 18:58

"Judas" besucht viele steirische Kirchen

Es gibt nie nur eine Wahrheit, sie hängt immer vom Blickwinkel des Betrachters ab. In ihrem Monolog "Judas" hat Lot Vekemans die Perspektive jenes Mannes eingenommen, der Jesus verraten hat. Und Fredrik Jan Hofmann verleiht ihm in dieser Schauspielhaus-Produktion im Mausoleum atemberaubende Präsenz.

Das Bild, das seit fast 2000 Jahren von Judas im Christentum gezeichnet wird, ist tiefschwarz. Er ist jener Mann, der Jesus für Geld mit einem Kuss verraten hat. Vekemans blickt in ihrem Monolog auf den Menschen hinter diesem Bild, erkundet seine Beweggründe, zeigt seine Hoffnungen und enttäuschten Träume, seine Freundschaft mit Jesus, die daran geknüpften Erwartungen, verankert ihn in einem familiären Umfeld, eröffnet neue Perspektiven auf einen Menschen, den wir längst abgestempelt haben.

Und Schauspieler Fredrik Jan Hofmann macht diese Figur zu einem Menschen: präsentiert den Zweifler und Verzweifelten, den Ängstlichen und den Wütenden, den Freund, den Verletzten und den Aufbegehrenden. Das alles mit einer Intensität, die einen vom ersten bis zum letzten Moment gefangen nimmt. Dabei wird er von Markus Kubeschs subtiler Regie unterstützt. Hier sitzt jede Geste, jede Bewegung im Raum. Hier stimmt jede Gewichtung.

Standing Ovations im Mausoleum
Gemeinsam mit katholischer und evangelischer Kirche hat das Schauspielhaus Graz für diese Produktion 24 steirische Gotteshäuser als Spielort ausgewählt, was dem Stück eine spannende Komponente verleiht. Schließlich stellt sich Judas an einem Ort, an dem er verdammt wird, dem Publikum; und fordert es auf, doch einmal die Perspektive zu wechseln. Bei der Premiere im Mausoleum gab es Standing Ovations. Berechtigt!

Informationen über die weiteren Spielorte hier.

Michaela Reichart, Kronen Zeitung

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