26.09.2016 16:07 |

In Bayern Erdkabel

Uralt-Technik bei uns

Salzburgs Politiker lassen Bürger im Stich

Bayern macht es vor: Dort präsentierte Netzbetreiber Tennet Montag die Trassenpläne für den SüdLink (bis Würzburg) und den SüdostLink (bis Landshut) . Beide Stromautobahnen transportieren die Elektrizität (500-kV-Gleichstrom) von den Windparks im Norden in bayrische Industriegebiete. Und zwar ausschließlich mittels Erdkabel! Mit dazu beigetragen hat ein neues deutschen Bundesgesetzt, das seit Jänner 2016 höhere Abstände zu Freileitungen festschreibt. Nur in Österreich verhandelt man weiter über die Uralt-Technik in Form von Freileitungen

CSU-Politiker erzwangen die Erdverkabelung
Nur in Salzburg stützen die Politiker weiterhin die Uralt-Technologie der Freileitung, jenseits der Grenzen ist man längst in der Realität angekommen: Tennet, einer der vier deutschen Betreiber von Hochspannunghsleitungen, präsentierte Montag seine 380-kV-Trassen. Ein kompletter Neustart, weil dort CSU-Politiker klar gemacht hatten: "Eine Freileitung darf nur die Ausnahme sein, nicht die Regel."

Franz Köck, Vizepräsident der Interessengemeinschaft Erdkabel: "Bei uns aber sind alle verantwortlichen Landespolitiker seit Jahren auf Tauchstation. Man weiß, dass bei uns alle Verfahren stets für die Konzerne ausgehen und die Bürgerrechte nichts zählen."

Stromerzeugung künftig regional und vor Ort
In Bayern ist man bei der Debatte um die Stromautobahnen längst einen Schritt weiter und stellt die Überland-Trassen generell in Frage: Die großflächige Landschaftszerstörung sei generell zu hinterfragen und eine energiepolitische Sackgasse, so Dr. Hubert Weiger, Chef vom Bund Naturschutz in Bayern: Kommunale Stromerzeuger und lokale Stadtwerke werden in Zukunft weit wichtiger und der Transport von hochsubventioniertem Strom aus Windkraft, Kohle oder Atomkraftwerken in den Süden müsse generell in Frage gestellt werden. IG-Erdkabel-Vizepräsident Franz Köck: "Man sieht, wie sehr wir hierzulande bereits im Hintertreffen sind. Die Bayern bekommen ein Erdkabel dank der mutigen CSU-Politiker. In Salzburg lassen die Landespolitiker und besonders die Grünen die betroffenen Bürger völlig im Stich."

Unterdessen haben die Gemeinden Eugendorf und Koppl neuerlich an das Bundesverwaltungsgericht als Berufungsinstanz im Genehmigubngsverfahren für die 380-kV-Freileitung geschrieben. (siehe Interview rechts). Auch sie kämpfen für ein 380er-Erdkabel.

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