Sa, 23. März 2019
23.09.2016 10:25

Türkei

Kritischer Journalist erneut festgenommen

Die türkische Polizei hat den regierungskritischen Journalisten und prominenten Autor Ahmet Altan nur Stunden nach seiner Freilassung erneut festgenommen. Nach Berichten der unabhängigen Plattform P24 sind in der Türkei derzeit rund 100 Journalisten in Haft oder Polizeigewahrsam. Reporter ohne Grenzen kritisierte am Donnerstag, die Repression gegen Journalisten in der Türkei habe "ein nie gekanntes Ausmaß erreicht".

Ahmet Altan hatte nach seiner Freilassung gewarnt, sollte die politische Führung keinen Kurswechsel vollziehen, drohe der Türkei eine "schreckliche Zukunft". Am Donnerstagabend meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu dann, ein Istanbuler Gericht habe dem Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen Altans Freilassung stattgegeben.

Zeitgleich mit seiner Freilassung war am Donnerstag gegen seinen Bruder Mehmet Altan Untersuchungshaft verhängt worden. Beiden werden Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und versuchter Umsturz der Regierung bei dem Putschversuch vom 15. Juli vorgeworfen.

Die Brüder waren vor rund zwei Wochen laut Anadolu unter der Anschuldigungen festgenommen worden, in einer Live-Fernsehsendung am 14. Juli "unterschwellige Botschaften" über den bevorstehenden Putschversuch verbreitet zu haben. Autoren, Musiker, Künstler und Akademiker - darunter drei Nobelpreisträger - hatten nach der Festnahme in einem offenen Brief dazu aufgerufen, "gegen die Hetzkampagne der Regierung" zu protestieren. Zu den fast 300 Unterzeichnern des Briefes gehören Orhan Pamuk, Neil Gaiman, Nick Hornby, Nick Cave, Herta Müller und Günter Wallraff.

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