25.03.2003 22:36 |

Nirgendwo in Afrika

Nach 23 Jahren wieder ein Oscar für Deutschland

"Nirgendwo in Afrika" zeigt, dass großes Kino nicht nur in Hollywood, sondern auch in Deutschland möglich ist. Hollywood prämierte den Film mit dem Auslands-Oscar, dem zweiten, nach der "Blechtrommel" vor 23 Jahren.
Zwei Millionen Euro kostete die aufwendige Produktion,die an Originalschauplätzen in Kenia entstand. Die Geschichte:1938 gelingt Jettel Redlich mit ihrer Tochter Regina die Fluchtaus Nazideutschland ins afrikanische Exil zu ihrem Mann Walter.Die jüdische Emigrantenfamilie entkommt dem Holocaust. GroßeTeile der Verwandtschaft bleiben jedoch zurück.
 
Ihre neue Heimat liegt in den einsamen Weiten derafrikanischen Steppe. Das Glück, gerettet zu sein, währtnur kurz. Nun heißt es, mit dem Leben in der Fremde umzugehen.Episodisch erzählt Regisseurin Caroline Link die Geschichteder Familie, ganz nebenbei von den Sehnsüchten, den Arrangementsund der Liebe. In "Nirgendwo in Afrika" fließt das Lebendahin und das ist schön.
 
Immer wieder erlebt Jettel, wie fremd sie in dieserKultur ist, die ihr die Freiheit lässt, zu leben. CarolineLink hat mit ihrem Kameramann Gernot Roll Bilder für dieseWelt gefunden, die erahnen lassen, wie schwer ein Leben zu dieserZeit in Kenia gewesen sein muss. Nie gibt es falsche Afrikaromantik.
 
Selbst das Filmteam, konfrontiert mit der rauenLandschaft, zeigte sich erschrocken. Juliane Köhler erlebteein Stück weit das, was Jettel wohl auch empfunden habenmag.
 
"Nirgendwo in Afrika" ist großes epischesKino. Das Leben ist facettenreich, erzählt der Film, ob esgut ist, entscheidet besser jeder für sich.
Montag, 14. Juni 2021
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