Mo, 20. August 2018

Trio überführt

18.08.2016 14:31

Gaunerwohnung glich einem Warenlager

Über Monate gelang es einem kriminellen Trio Zigtausende Euro Schaden zu verursachen. Die drei, alle aus Afrika stammend, hatten auf fremde Namen und deren Adressen Waren bestellt und die Pakete dann "abgefangen". Die Polizei entdeckte in Innsbruck eine Wohnung, die einem regelrechten Warenlager glich.

Seit rund einem Jahr treiben die drei, zwei Männer aus Sierra Leone (37) und Nigeria (34) sowie eine Nigerianerin (31), ihr Unwesen. Innsbruck war dabei sozusagen das "Headquarter" des kriminellen Trios. Denn die Wohnung der in der Landeshauptstadt lebenden Frau glich regelrecht einem Warenlager.

Zahlreiche Pakete gschickt "abgefangen"

Was hatten die Gauner gemacht? Im Internet recherchierten sie Namen und Daten von unbedarften Österreichern - wenn sie genug Informationen gefunden hatten, eröffneten sie in deren Namen einen Account bei einem Online-Händler - allerdings mit falscher Adresse. Dann wurden Waren auf Rechnung bestellt. Als Fernseher, Mobiltelefone, Bekleidung, Parfüms, Laptops, Schuhe, … geliefert wurden, fingen sie die Pakete einfach ab. "Die Zusteller hatten an die angegebenen Adressen geliefert, dort aber die Besteller natürlich nicht gefunden", erklärt Polizei-Sprecherin Marlies Zoglauer. Die Paketlieferanten hinterließen dann meist einen Hinterlegungs-Nachweis, mit dem man das Paket abholen kann. Diesen schnappten sich die Gauner und nahmen dann mit gefälschten Ausweisen die teuren Waren entgegen.

Inkasso-Büro stand vor der Tür

Die Betroffenen bekamen von ihren "Bestellungen" lange nichts mit - erst als das Inkasso-Büro vor der Tür stand, schlug eines der Opfer Alarm. Ermittlungen begannen und dabei gelang es der Polizei bei einer weiteren "Abholung" zuzuschlagen. Der 37-Jährige aus Sierra Leone leistete dabei Widerstand und verletzte einen der Polizisten schwer - Finger- und Leistenbruch!

Bei den weiteren Recherchen stießen die Polizisten auf die beiden Nigerianer. Sie zeigten sich teilweise geständig und sollen in Summe einen Schaden von Zig-Tausenden Euro verursacht haben. Auf Anweisung der Innsbrucker Staatsanwaltschaft wurde das Gauner-Trio auf freiem Fuß angezeigt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die drei nicht aus dem Staub machen.

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