17.07.2006 11:20 |

China

Mindestens fünfzig Tote bei Bergwerksexplosion

Nach der Explosion in einem illegal betriebenen Kohlebergwerk in der nordchinesischen Provinz Shanxi ist die Zahl der toten Bergleute auf mindestens 50 gestiegen. Wie staatliche Medien berichteten, arbeiteten zum Zeitpunkt der Kohlenstaubexplosion 64 Bergleute in der Grube.

Fünf weitere Bergleute starben am Sonntag bei einer anderen Explosion in der südwestlichen Provinz Sichuan.

18 Bergleute wurden am Montag noch vermisst, nachdem Hochwasser am Samstagabend in der Provinz Guizhou ein Bergwerk überflutet hatte.

Kohleförderung trotz schwerer Sicherheitsmängel
In Shanxi konnten sich sechs Bergleute nach der Explosion selbst retten. Ein weiterer Kumpel sei am Sonntag verletzt geborgen worden, hieß es. Alle würden im Krankenhaus behandelt. Auch einer der Helfer kam unter Tage ums Leben. Die Suche nach acht Bergleuten, die immer noch vermisst werden, gehe weiter. Die in den 80er Jahren eröffnete Grube hatte im Dezember vergangenen Jahres wegen Sicherheitsmängeln ihre Zulassung verloren. Die Kohleförderung wurde dennoch fortgesetzt.

Vergangenes Jahr 6.000 tote Bergleute
Die Polizei nahm den Manger des Bergwerks fest. Er hätte nach den Vorgaben pro Jahr lediglich 30.000 Tonnen Kohle produzieren dürfen, förderte aber 90.000 Tonnen. Etwa 6.000 Bergleute kamen nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr in chinesischen Kohlebergwerken ums Leben. Veraltete Ausrüstung und ein unzureichendes Sicherheitssystem sind meist die Gründe für die Unfälle.