Neue Einfachheit

Landpartie sucht ¿Simplicity¿

Nein, die neue Bescheidenheit ist noch nicht ausgebrochen bei der Ars Electronica, aber zumindest ist man einmal willig, die Einfachheit zu pflegen: „Simplicity - the art of complexity“ ist von 31. August bis 5. September das Thema der Ars. Versucht wird eine menschliche Annäherung an die digitale Welt…

„Der Laptop hat bei manchen von uns die Rolle des Hausaltars übernommen“, kommentiert Ars-Macher Gerfried Stocker ungewöhnlich zynisch, und Co-Direktorin Christine Schöpf gibt selbstkritisch zu: „Wir haben bei aller informationstechnologischen Entwicklung manchmal auf die Menschen und ihre Bedürfnisse vergessen.“

Das soll sich mit dem heurigen Programm ändern. Zum Beispiel mit einer Landpartie auf der Suche nach Simplicity: Ziel ist das Stift St. Florian. Dort gibt es am 2. September einen ganzen Tag lang Klanginstallationen, Orgelkonzerte, Vorträge von Oliviero Toscani oder Zukunftsforscher Peter Wippermann. Michael Nyman schreibt ein Stück für die acht Glocken des Stiftes.

Sinnlicher und lustvoller Auftakt zur Ars Electronica: ein Fest im Linzer Hafen mit Performances, Installationen und Musik. Einen Tag später wird der Linzer Hauptplatz zur Bühne für den „moon ride“: Radfahrer können durch kräftige Tritte in die Pedale einen großen Akku aufladen, der dann in der Nacht einen Kunst-Mond zum Leuchten bringt.

Schon im Titel „Simplicity - the art of complexity“ stolpert man über den Widerspruch von simpel und komplex. Was als poetischer Einstieg ins Thema gemeint ist, können sich die Veranstalter selbst zu Herzen nehmen. Viele wünschen sich von der Ars Electronica, dass sie wieder einfacher wird, um auch Normalbesucher in den Bann neuer Medien zu ziehen. Ein Anfang scheint diesmal gemacht.

 

 

Foto: Ota Fine Arts

Donnerstag, 24. Juni 2021
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