Di, 14. August 2018

Polizist packt aus:

13.01.2016 06:16

"Dürfen Flüchtling bei Kontrolle nicht festhalten"

Dass bei den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln die Herkunft der Täter von der Polizei zunächst verschwiegen worden ist, sorgte in Deutschland für viel Unmut. Die mutmaßliche Vertuschungsaktion nährte den Verdacht, dass Straftaten von Flüchtlingen bewusst unter den Tisch gekehrt werden. Ein deutscher Polizist behauptet nun sogar, dass er diesbezüglich zu einem "speziellen Verhalten" angehalten sei: "Wenn Flüchtlinge bei der Kontrolle abhauen wollen, dürfen wir sie nicht festhalten."

Der Bundespolizist Bernd K. sagte gegenüber der "Bild": "Diese Vorgehensweise ist von oben so vorgegeben. Wenn wir einen verdächtigen Flüchtling festhalten würden, wäre das körperliche Gewalt. Intern heißt es daher: Lieber laufen lassen."

Regelmäßig sexuelle Übergriffe auch in München
Der 22 Jahre alte Beamte arbeitet in Bayern, mit Einsätzen am Grenzübergang in Freilassing oder am Münchner Hauptbahnhof. Dort, sagt er, würden regelmäßig Frauen sexuell belästigt und angepöbelt. "Wenn wir ein Platzverbot aussprechen, werden wir angeschrien: 'You are not my police. You are a racist.'" In den vergangenen Monaten habe er nur eine einzige Strafanzeige gegen einen Deutschen geschrieben, "der Rest waren Flüchtlinge".

Berichte bewusst geschönt?
Über die tatsächlichen Geschehnisse werde die Bevölkerung nicht immer richtig informiert. Dazu würden auch Berichte ab und zu geschönt. "Einmal wollte ein Asylwerber einem anderen die Kehle aufschneiden. Im Einsatzbericht hieß es dann 'gefährliche Körperverletzung' statt 'versuchter Mord'", sagte der Beamte. Angst vor einer Ausweisung müssten die Straftäter nicht haben: Derzeit schütze sie noch das Gesetz vor dem Rausschmiss aus Deutschland.

"Brauchen stärkere Kontrollen"
Die offenen und harten Worte des Polizisten seien laut "Bild" auch Ausdruck der derzeitigen Hilflosigkeit der Exekutive gegenüber straffälligen Flüchtlingen oder Asylwerbern. "Wir brauchen daher stärkere Kontrollen, mehr Polizisten und mehr Rückhalt von der Politik. Sonst wird es irgendwann den großen Knall geben. Wenn er nicht schon da ist", so der Beamte.

Gewerkschaftsbund warnt vor Stimmungsumschwung
Indes warnt nach den Kölner Übergriffen der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, vor einem Umschwung in der öffentlichen Stimmung gegenüber Migranten: "Inakzeptable Ereignisse wie in Köln dürfen nicht der Anlass sein, die positive Gesamtstimmung in der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen kaputtzureden." Es gelte bei Straftaten sowohl gegen Zuwanderer als auch gegen Deutsche zwar, "klare Kante" zu zeigen, "aber Deutschland wird deswegen nicht zu einer Bananenrepublik, weil in einigen Städten etwas geschehen ist, was absolut nicht tolerierbar ist".

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