So, 21. Oktober 2018

Prozess

08.12.2015 20:31

Krimi um halbtot geprügelten Litauer in Tirol

Am Innsbrucker Gericht endete nun der Horror-Trip eines Tirolers. Dabei wollte der 28-Jährige doch nur "Aufreißer-König" werden. Er vertraute sich aber falschen Freunden an und wäre nun fast im "Häfn" gelandet. Weil einer der "Freunde" halbtot in seiner Wohnung lag und er sich nicht traute, die Wahrheit zu sagen.

Die Geschichte nahm im Frühjahr 2014 ihren Lauf, als sich der schüchterne junge Mann einer Dating-Plattform im Internet widmete. In der Hoffnung, Techniken zum Kennenlernen von Frauen zu erlernen. Er stieß auf einen Litauer, der ihm versprach zu helfen - und der Tiroler lud ihn zu sich ins Unterland ein.

Keine Polizei, kein Arzt

Doch dieser Besuch wurde bald zum Horror-Trip. Für beide. Denn als der Tiroler am 17. Juni 2014 nach Hause kam, lag der Mitbewohner schwerst verletzt in der Wohnung. Halbtot geprügelt mit einer Eisenstange sowie Schlägen und Tritten. "Frag nicht und erzähl auch niemandem etwas davon. Du siehst ja, wozu die fähig sind", sagte das Opfer sinngemäß. Und fügte hinzu: Keine Polizei, keinen Arzt!

Drei Tage lang wurde er vom Tiroler gepflegt, zudem wurden alle Spuren verwischt. So wurden etwa Blutspritzer auf den Wänden überweißelt. Dann aber brach der Litauer zusammen. Der 28-Jährige brachte ihn ins Spital, wo die Ärzte das Leben gerade noch retten konnten und das diagnostizierten: Schädelfraktur, Milz- und Leberriss, Einblutungen im Gehirn, Zungen- und Nasenbeinbruch, Rippen-Serienbrüche, Hoden zertrümmert, Hämatome überall! Natürlich wurde die Polizei informiert, die vom Tiroler - aus Angst - eine wirre Geschichte aufgetischt bekam.

Videobotschaft bringt Klarheit

Dass alles in München passiert wäre, und Unbekannte seinen Freund hergeschlagen hätten. Aber Handy-Auswertung und auch die frischen Farbspuren in der Wohnung sagten etwas anderes. So wurde der 28-Jährige wegen absichtlich schwerer Körperverletzung angeklagt. Erst im Verhandlungssaal packte der Unterländer jetzt aus. Und dabei half ihm das Opfer, das mittlerweile in den USA lebt und eine Videobotschaft schickte. Darin spricht er den Tiroler frei - die wahren Täter nennt er aber nicht. Ebenso wenig wie die Hintergründe. Dem Tiroler half es dennoch: Freispruch.

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