Do, 19. Juli 2018

Flüchtlingskrise

04.12.2015 16:23

Expertin: "Sind in einer brenzligen Situation"

Weiter keine Grenzkontrollen, Prügeleien in einem steirischen Asylheim und nach dem Blutbad in den USA zeigt sich, dass eine Spur zu Islamisten führen könnte - Nahost-Expertin Karin Kneissl analysiert: "Wir sind in einer äußerst brenzligen Situation." Mit der "Krone" sprach sie über die akuten Sicherheitsprobleme.

"Vor Kurzem war ich in Israel und im Libanon. Die Leute dort schütteln über unsere Politik der offenen Grenzen nur noch die Köpfe. Sie fragen: 'Wie könnt ihr all diese Menschen ohne Kontrolle in euer Europa reinlassen? Ihr wisst nicht, auf was ihr euch da eingelassen habt'", kritisiert Kneissl, dass es "offenbar kein Gewaltmonopol des Staates mehr gibt".

Sowohl von im Flüchtlingsstrom getarnten Terroristen als auch von radikalisierten Muslimen, die in Europa geboren worden sind, gehe aktuell eine konkrete Gefahr aus, warnt die Nahost-Expertin: "Bei den Anschlägen in Paris war das ja eine Mischung - extra angereiste Täter unterstützten in Frankreich geborene Terroristen." Und in den jungen "europäischen" Islamisten stecke "ein großer Hass gegen die Mehrheitsbevölkerung" in Frankreich, Belgien, Deutschland oder Österreich. Kneissl: "Ich höre ja ab und zu in der U-Bahn mit, wie diese jungen Männer in Arabisch über uns Europäer reden. Wir sind in einer äußerst brenzligen Situation."

"Mehr Terrorgruppen, die selbstständig handeln"
Auch bei dem Killer-Ehepaar in den USA handle es sich um erst kürzlich eingereiste Immigranten, sieht Kneissl Hinweise für ein Terror-Motiv: "Es gibt nun mehr Gruppen, die selbstständig handeln. Wir kennen etwa das Beispiel von Toulouse." Im März 2012 hatte der 23-jährige Mohammed Merah sieben Menschen getötet, darunter drei jüdische Kinder, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Die französische Rechte warf damals Präsident Nicolas Sarkozy vor, die islamistische Gefahr zu unterschätzen - das war dreieinhalb Jahre vor der Anschlagsserie in Paris.

Video: Flüchtlingssituation laut Minister Kurz außer Kontrolle

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