Mo, 20. August 2018

Bei Afrika-Reise

30.11.2015 10:13

Papst an Jugend: "Flucht ist keine Lösung"

Papst Franziskus hat junge Menschen in der Zentralafrikanischen Republik aufgefordert, nicht vor den inneren Problemen aus dem Land zu fliehen, sondern für den Frieden zu arbeiten. "Wer flieht, hat nicht den Mut zum Leben", sagte er am Sonntagabend laut Kathpress vor Hunderten Jugendlichen auf dem Platz vor der Kathedrale in der Hauptstadt Bangui. Die Zentralafrikanische Republik war die gefährlichste und gleichzeitig letzte Etappe der sechstägigen Reise des Pontifex.

"Flüchten ist keine Lösung - dableiben und den Frieden aufzubauen, bringt Leben", so der Papst. Die Arbeit für Harmonie und Verständigung in dem Bürgerkriegsland ist nach seinen Worten eine tägliche Lebensaufgabe für jeden einzelnen Bürger. Der Friede bestehe nicht aus einem Dokument, das unterzeichnet und dann weggelegt werde. Der Schlüssel seien ein völliger Verzicht auf Hass sowie Vergebung gegenüber den Feinden, auch wenn das viel Mut erfordere. Doch wer dazu bereit sei, bleibe letztlich Sieger.

Franziskus: "Seid Handwerker des Friedens"
"Niemals hassen, immer vergeben", ließ er die Jugendlichen mehrmals wiederholen. "Seid Handwerker des Friedens", rief er ihnen zu. Der Papst bat die jungen Menschen, viel zu beten. Das Gebet könne das Böse besiegen.

Die Zentralafrikanische Republik wird seit 2013 von einem Konflikt erschüttert, bei dem sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüberstehen. Tausende wurden getötet, jeder fünfte Einwohner ist vor der Gewalt geflohen. Beiden Konfliktparteien werden schwere Gewalttaten vorgeworfen.

"Christen und Muslime sind Brüder"
Die erste Afrika-Reise des Papstes endete am Montag mit einer Messe in Bangui. Zehntausende Gläubige lauschten Franziskus' letzter Rede vor seinem Abflug. In dieser forderte das Kirchenoberhaupt eine Abkehr von Hass und Gewalt zwischen Christen und Muslimen. Sie seien "Brüder" und müssten sich für den Frieden einsetzen, so der Papst.

"Sagen wir gemeinsam Nein zum Hass, zur Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen einer Religion oder im Namen Gottes verübt wird! Gott ist Friede, Salam", appellierte Franziskus an seine Zuhörer.

Montagmittag fliegt Franziskus mit einer Sondermaschine der Alitalia zurück nach Rom. Im Rahmen seiner sechstägigen Afrika-Reise hatte der 78-Jährige auch Kenia und Uganda besucht.

Im Video unten sehen Sie den Besuch von Papst Franziskus in einem Flüchtlingscamp in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui.

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