Mi, 20. März 2019
14.11.2015 19:50

Gymnasium Admont

37 junge Flüchtlinge vom Stift aufgenommen

Ihre teilweise lange Flucht endet vorerst im obersteirischen Admont: 37 Burschen, die meisten aus Syrien, einige auch aus Afghanistan und dem Irak, wurden vom Benediktinerstift aufgenommen und sollen hier ein neues Leben beginnen. Die "Krone" hat das Gymnasium und die Unterkunft besucht.

Als Samuel den Klassenraum betritt, klatscht er mit den Jungs zuerst einmal lässig ab. Es wird gescherzt, gelacht. Dann geht es zum Tischfußball-Match zwei Stockwerke tiefer.

Eine ganz normale Szene aus einer x-beliebigen Schule? Beinahe. Pater Samuel ist Mönch im Benediktinerstift Admont und zugleich Lehrer im Stiftsgymnasium. Die erwähnten Jungs stammen meist aus Syrien, einige aus Afghanistan und dem Irak. Sie sind minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung ihrer Eltern nach Österreich gekommen sind. Seit kurzem haben sie in Admont eine neue Heimat gefunden.

"Mehr als nur ein Dach über Kopf"
Genauer gesagt im ehemaligen Landesschülerheim, das vom Stift gekauft wurde. Anfang September zogen die ersten Asylwerber ein. Mittlerweile leben hier 37 Burschen zwischen 14 und 18 Jahren (in einem zweiten Trakt sind Erwachsene untergebracht). "Wir wollen ihnen mehr als nur ein Dach über den Kopf bieten. Es geht um das Eröffnen von Lebenschancen", sagt Abt Bruno Hubl.

Dazu gehören unter anderem Sport, psychologische Betreuung, vor allem aber das Lernen von Deutsch, ist Sprache doch Schlüssel zur Integration. Der Unterricht findet im Gymnasium statt, um einen geregelten Tagesablauf zu gewährleisten und Barrieren zu den steirischen Schülern abzubauen.

Rasche Fortschritte beim Deutsch-Lernen
"Sie machen bereits merkliche Fortschritte", lobt Nina Aichinger. Die Jugendbetreuerin zeigt ihren Schützlingen Kärtchen mit Tierzeichnungen. "Was ist das?" "Elefant", kommt es sofort. Bei "Igel" ist die Aussprache schon ein wenig schwieriger. Und dieses Tier? "Monkey." "Und auf Deutsch?" Kurzes Überlegen. "Affe!"

Die Lernstärke der jungen Flüchtlinge ist unterschiedlich. Einige könnten schon bald als außerordentliche Schüler einer Gymnasiumsklasse zugeteilt werden. Es gibt aber auch eine Alphabetisierungsgruppe, die quasi von Null weg startet.

Hilfsbereitschaft und Besorgnis
Die 24-Stunden-Betreuung in Admont übernimmt die evangelische Diakonie - eine ganz besondere Partnerschaft. "Ich bin sehr beeindruckt vom Engagement hier. Man bemüht sich, den Jugendlichen eine Perspektive zu geben", sagt Diakonie-Direktor Michael Chalupka bei einem Besuch.

Natürlich habe es anfangs - neben Hilfsbereitschaft - auch Ängste in der Bevölkerung gegeben, berichtet Abt Hubl. Man habe aber offen kommuniziert, etwa durch einen Info-Nachmittag. Diesen Weg will das Stift jetzt auch in Mautern gehen: Dort entsteht in der alten Haushaltungsschule bis Jänner ein weitere Unterkunft für etwa 50 Flüchtlinge.

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